Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Char

Char wird laut ZINSLI (1946, 78) für eine ‘Mulde’ gebraucht. Das Lemma geht zurück auf schwdt. Char n. ‘hölzernes Gefäss, wie Trog, Kübel’, mhd. kar ‘Gefäss’ (ID. 3, 420), in FlN Übertragung auf die Geländeform. Die Herleitung von schwdt./wdt. Charren, Chärren bzw. Charen, Chären, nur als Pl. ‘ausgedehnte Strecken kahler, zerklüfteter Kalksteinflächen im Gebirge, Felsrippen, -Gräte oder -Zacken von der verschiedensten Form und Grösse, zwischen denen sich ebensolche Vertiefungen, oft mit einiger Vegetation, befinden’ (ID. 3, 422) ist nicht auszuschliessen. Als Entscheidungshilfe dient im Allgemeinen die Länge des Stammvokals: bei Kurzvokalen liegt die erste Bedeutung vor, bei Langvokalen die zweite. Zu Char n. ‘Mulde’ zu stellen ist das Simplex im Char ‘im Char (wohl Mulde)’ (Ausserberg), sowie die Komposita zum Leffelchar ‘zur Mulde in der Form eines Löffels’ (Randa) und ts Märetschichar ‘das Märetschichar (Mulde auf der Märetschilap)’ (Agarn); auch der Charbodu ‘der Boden beim Char (Mulde)’ und der Charwald ‘der Wald beim Char (Mulde)’ (beide Gampel) gehören dazu. Zu Chaare ‘Karstartiges Gebiet’ sind zu stellen di Kaarlowena ‘das Rutschgebiet beim Chaar (wohl: Karstgebiet)’ (Randa), t Chare ‘das Karstgebiet’ (Saas-Fee), ts Chaarbachi ‘der kleine Bach bei den Charblatte (karstartige Felsplatten) und t Chaarblatte ‘die Felsplatten, die karstartig sind’ (beide Saas-Almagell).

VSNB, Bd. 1, Sp. 330

Vorkommen

char

chare

kaar