Eischoll
Eischoll ist der Name einer Gemeinde, deren Zentrum zu den Schattenbergen gehört. Der Name ist als Entrundung aus *Öüšel, frz. Oizelz, Oisel, kelt. *ouzello ‘Höhe, Anhöhe’ entstanden (KRISTOL ET AL., 2005, 317; RÜBEL 1950, 131; GUEX 1938, 357; 1976, 177; HUBSCHMIED 1938, 98; MEYER 1930, 22). GATTLEN (1999, 51) übernimmt die Etymologie von ID. (1, 346 und 18), das den Dorfnamen Eischoll mit Ei, Eie ‘Aue, Land im oder am Wasser’ deutet, mit der Begründung, dass das betreffende Gebiet auf eine Aue ausmünde. Da dies jedoch nicht den topografischen Verhältnissen entspricht, vermutet GATTLEN (1999, 51), dass der Name mit der Rodung des Waldes und der dort entstandenen Siedlung ‘einer Insel im Walde, was mit lat. INSULA treffend bezeichnet wäre’ in Zusammenhang stehen könnte, was MÜLLER aus sprachhistorischen Überlegungen verwirft (BULLETIN GPSR 1999–2000, 37). GATTLEN (1999, 53) lokalisiert in den Rarner Schattenbergen noch ein weiteres Oysel, das Wort kann als Synonym für ‘Gutshof, besiedelte Flur, Weiler’ betrachtet werden, Neben dem Gemeindenamen Eischoll findet sich eine Reihe weiterer Namen. Die historischen Oysol (1304), Oysel (1307 (zweimal) und 1346) sind zwar unter Bürchen notiert, gehören aber wohl zu Eischoll.
Der Dorfname erscheint als Bestimmungswort wie folgt: ts Eischoleggi ‘die kleine Ecke Richtung Eischoll’ (Niedergesteln), ts Eischoleggi ‘die kleine Ecke, die den Leuten von Eischoll gehört (unklar, da auf der rechten Rottenseite, weit von Eischoll entfernt)’ (Niedergesteln), Eischollalpu ‘die Alpe von Eischoll’ (FLNK, Eischoll), ts Eischoleggi ‘die kleine Ecke, die zu Eischoll gehört’ (Eischoll), Eÿschollberg ‘der Berg (bergwärts liegendes Gebiet) von Eischoll’ (1624 u. später, Eischoll), in den Eÿscholhalten‘in den Halden bei Eischoll’ (1646 u. später, Eischoll), die Eÿscholgassen ‘die Gasse, die nach Eischoll führt’ (1619 u. später, Ergisch), auch FLNK Eischilgassu ‘die Gasse nach Eischoll’ (Ergisch). Auch hierzug gehört aúff der Eÿscholl Eggen (1724, Unterbäch; 1959 als Eyschler=Egge; auch 1959 Eischoll).
Ein Genitiv Plural ist belegt als in Eÿschlerro Grund ‘im Grund (wohl Rottenebene) der Leute von Eischoll’ (1651, Niedergesteln).
Sonst erscheint das Adjektiv Eischler (ursprünglich wohl ein Genitiv Plural, vgl. SONDEREGGER 1958, 526) in folgenden Belegen: der Eischlergrund ‘der Grund der Leute von Eischoll (früherer Besitz?)’ (Brigerbad; als veraltet bezeichnet), FLNK hat Eischlerriti ‘das zu Eischoll gehörende gerodete Gebiet’ und Eischlersüe ‘die zu Eischoll gehörende Wasserleitung’ (beide Unterbäch). Komplexer sind t Obri Eischleralpu und t Undri Eischleralpu ‘die obere und die untere Alpe von Eischoll’ (Eischoll). Schliesslich gehört auch Eischler Riedbärg ‘der Riedberg, der zu Eischoll gehört’ (FLNK, Niedergesteln) hieher.
VSNB, Bd. 2, Sp. 59
Vorkommen
eischil
- Eischilgassu Ergisch
eischler
- Eischler Egge Eischoll
- Eischler Riedbärg Niedergesteln
- Eischlergrund Brigerbad
- Eischlerriti Unterbäch
- Eischlersüe Unterbäch
- Obri Eischleralpu Eischoll
- Undri Eischleralpu Eischoll
eischlerro
- Eischlerro Grund Niedergesteln
eischol
- Eischolalpgraad Eischoll
- Eischoleggi Niedergesteln
- Eischoleggi Eischoll
- Eischoleggi Niedergesteln
- Eischolhaalte Eischoll
eischoll
- Eischoll Eischoll
- Eischoll Alpu Eischoll
- Eischollberg Eischoll
eyschler
- Eyschler Egga Unterbäch
eyschol
- Eyscholgassen Ergisch
oysel
- Oysel Bürchen