Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Eitresch

Eitresch ist ein Flurname in Bürchen. Er ist schon ca. 1250 als Oitres, ca. 1280 als Oytres, 1299 als Oytres belegt. Die heutige Form erscheint erstmals 1541 am Eÿtresch. GATTLEN (2007) vermutet eine Zusammensetzung Oitr-es, Eitresch und deutet Es, Esch n. als ‘eine im alemannischen Sprachgebiet verbreitete Benennung für einheitlich bewirtschaftete, manchmal eingezäunte Nutzflächen in der Nähe von Siedlungen’, oi habe sich im romanisch-deutschen Grenzgebiet der Schweiz zu ei ‘Eia, Eie’ gewandelt (GATTLEN 2007, 39). Diese Deutung lässt sich kaum halten. Vermutlich liegt ein Akkusativ Plural auf /-ES/ vor. Der Stamm lässt sich am ehesten zu lat. ULTRĀ ‘jenseits’ (FEW 14, 7 ff.) stellen, wohl in der Bedeutung von Outre ‘audelà (jenseits)’ (BOSSARD / CHAVAN 2006, 98), also etwa ‘die jenseits gelegenen Wiesen’.

Neben dem Simplex sind belegt: am Obren Eÿtresch ‘am oberen Eitresch’ (1541 u. später, Bürchen) und die Eÿtrischmatta ‘die Wiese beim Eitresch’ (1545, Bürchen).

VSNB, Bd. 2, Sp. 62

Vorkommen

eitresch