Christian (PN)
Chrischti (PN) ‘Christian’ und vergleichbare Formen sind zum PN Christian (DUDEN TB 4, 53) mit Kurzformen wie schwdt. Christi, Chrischti (ID. 3, 868) zu stellen; der PN Christoph ist nur für den Kanton Luzern belegt. Überwiegend ist der Name im Genitiv (stark oder schwach) einem Grundwort vorangestellt, wie in ts Chrischtisch Stadel ‘der Stadel des Christian’ (Greich), ts Chrischtisch Wägji ‘der kleine Weg des Christian’ (Eisten) und bin ts Chrischtenägsch Hüs ‘beim Haus des Christian Eggs’ (Ritzingen). Nur in t Chrischtiweid ‘des Christian Weide’ (Albinen) scheint ein Kompositum vorzuliegen mit Chrischti als Bestimmungswort. Christig FaN ist u. a. in Naters belegt (/-IG/-Ableitung zu Christian), tritt in dieser Form aber in den Flurnamen nicht auf. Im Fall von beÿ Christen Andres Scherentach ‘beim Schutzdach von Christian Andres’ (Zeneggen) ist unklar, ob einer der beiden PN ein Familiennamen ist, oder ob beide Rufnamen sind. Die Ableitung der Chrischtner ‘das Gelände des Christian / der Familie Christener’ (Mund) dürfte eine Stellenbezeichnung auf /-ER/ (SONDEREGGER 1958, 531) sein.
VSNB, Bd. 1, Sp. 368
Vorkommen
chrischten
- Chrischtenägsch Hüs Ritzingen
chrischtisch
- Chrischtisch Stadel Greich
- Chrischtisch Wägji Eisten
chrischtner
- Chrischtner Mund
chrischtu
- Chrischtustaful Zwischbergen
christen
- Christen Andres Scherentach Zeneggen
krischti
- Krischtiweid Albinen