Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Allmei

Allmei f. ‘Allmende’ ist zu schwdt. Allmein, Allmeind, Allmend f. ‘Gemeinweide’, mhd. almende, al(ge)meinde, ahd. *(ala)gimeinida ‘Agrargemeinschaft’ (ID. 1, 190 ff.; KLUGE / SEEBOLD 252011, 33 s. v. Allmende) zu stellen. GRICHTING (1998, 25) deutet Allmei als ‘Gemeinschaftsboden’. In den Urkunden wird häufig das quasi-lateinische almenia verwendet.

Das Simplex im Singular ist Allmei, in historischen Belegen auch Allmein und Almenia (latinisiert), im unteren Goms Aumei mit /l/-Vokalisierung. Es ist rund zwölf Mal belegt.

In einer Reihe von Belegen werden die Besitzer im Genitiv identifiziert: almeniam Argessensium ‘die Allmein (gemeinsamer Besitz) der Leute von Ergisch’ (1630, Ergisch), Bettmero almeniam ‘die Allmein der Leute von Betten’ (1770, Betten), Gopillero … almeniam ‘die Allmend der Leute von Goppisberg’ (1770, Goppisberg), an Greichero Almein ‘an die Allmein der Leute von Greich’ (1677, Greich), aŭff der Riederen Almeÿ ‘auf der Allmein der Leute von Ried’ (1825, St. Niklaus, Grächen), almeniam burgensium Vespie ‘die Allmei der Burger von Visp’ (1546, Visp), die Wyler Allmeÿn ‘die Allmein der Leute von Wiler’ (1754, Blatten), unter Túnnitschiro Almein ‘unter der Allmein der Leute von Tunetsch’ (1643). t Moseralmei ‘die Allmein (Burgergebiet) beim Moss (Weiler von Naters)’ (Naters) enthält einen alten Genitiv, der wie ein Adjektiv aussieht.

Mit attributiven Adjektiven sind belegt: Inner Allmei ‘die innere (taleinwärts liegende) Allmein’ (Embd), Unner Allmei ‘die untere Allmein’ (Bellwald), Üsser Allmei ‘die äussere (talauswärts liegende) Allmein’ (Embd).

Als Grundwort ist Allmei mit Flurnamen verbunden, welche die Lage der Allmei kennzeichnen: di Dorfallmei ‘die Allmein beim Dorf’ (Leukerbad), t Fiessalmei ‘die Allmein bei Fiess’ (Leukerbad), t Hollerallmei ‘die Allmei oberhalb Holler (wo es Holunderstauden hat)’ (Eisten, Saas-Balen), t Lufualmei ‘die Allmein bei Lufu’ (Niedergesteln), auf der Tscherggalmein ‘auf der Allmein bei Tscherggu’ (1927, Eischoll).

Komplexer ist der historische Beleg von 1869 in Törbel auf die intere Törbelallmei ‘auf die innere Allmein von Törbel’.

Als Bestimmungswort verbindet sich Allmei mit Färich, Giesse, Schiir, Stadel und Wald, wobei im Einzelfall unklar ist, ob es sich um ein Gebäude, einen Wald oder einen Bach handelt, der bei einer Allmei liegt oder der selbst Gemeinbesitz ist.

VSNB, Bd. 1, Sp. 92

Vorkommen

allmei

allmein

allmend

allmeyn

almei

almein

almeyna

aumei