Brätt
Nur gerade sechs Belege sind zu schwdt. Brëtt n., Pl. Brëtter, Dim. Brëttli, Brittli, Brittji allg. wie nhd. ‘Brett’, ahd. brët, britir (neben brëtir), Dim. britilīn zu stellen. GRICHTING (1998, 41) hat wdt. Brätt ‘Brett’. In der alpinen Toponymie wird das Lemma zur Bezeichnung von Felswänden und bretterartigen Gesteinsschichten verwendet (ID. 5, 890 ff.; ZINSLI 1945, 313; LUNB 1, 1, 154), doch lassen die meisten Einzelbelege diese Deutung nicht zu. Dreimal ist das Simplex im Wallis als zúm Britt (Erschmatt, Feschel) und bi de Brittere (FLNK, Gluringen) belegt, ohne Kontext ist seine Bedeutung unklar. Im Fall von Lîch(en)-brëtt ist eigentlich das Brett gemeint, auf das die Leiche gelegt und welches nachher, bemalt, im Freien als Denkmal aufgestellt wurde. In der Toponymie (hier t Liichubretter (Zermatt)) ist es eine Bezeichnung von steilen Felspartien oder Felsplatten (ID. 5, 903; JULEN ET AL. 1995, 231 gibt als Deutung ‘Felsplateaus, vielleicht auch Salzleckstellen’). ts Teilbritt (Gampel) ist wohl ein Schleusenbrett, das die Wasserverteilung beim Wässerwasser regelt. di Brätterwand ‘die Bretterwand (Lawinenverbauung)’ (St. Niklaus) soll – laut Gwp. – eine Lawinenverbauung auf dem Grat (bei der Twära) bezeichnen.
VSNB, Bd. 1, Sp. 271