Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

Datenbank (Webversion)
Hauptlemma

Änd

Änd ‘Ende’ ist zu schwdt. End (ID. 2, 314) zu stellen. Im Oberwallis wird der hier vorliegende Primärumlaut vor Nasal (Typ: eng (SDS I, 35)) im östlichen Teil als /e/, im westlichen Teil (mit Ausnahmen) als /ä/ gesprochen; in der Verschriftlichung steht meist /e/. Das Simplex ist nur in zwei sehr unsicheren historischen Belegen überliefert, als Enda (1741, Turtmann, mit unsicherer Lesung) und als Entz (18. Jahrh., Naters); letzteres könnte einen erstarrten Genitiv enthalten (noch belegt im zeitlichen Typ Ends Maien ‘Ende Mai’ (ID. 2, 315)), hier aber lokal zu verstehen ‘am Ende’. Als Grundwort ist End nur in Nordend m. ‘nördlicher Endgipfel des Monte Rosa’ (Zermatt) vertreten; der Name stammt von VON WELDEN (1824, 37 f.) (WERLEN 2008, 579); das Genus ist wohl von ‘Gipfel’ übernommen. In allen anderen Belegen tritt End als Bestimmungswort im Kompositum Ändwäg / Endweg (Plural Endwegen) auf (Eischoll, Embd, St. Niklaus, Törbel, Unterbäch, Zeneggen, Zermatt), jeweils in der Bedeutung ‘Weg, der nicht weiterführt’. ID. 15, 819 erwähnt Endwëg nur für Davos, ohne eine Deutung zu geben.

VSNB, Bd. 1, Sp. 112

Vorkommen

änd

end

entz