Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Dili

Dili ‘Diele’ ist zu schwdt. Dili f. ‘Boden, Decke, Dachraum’, in Berggebieten auch ‘Dachraum der Alphütte, Heubühne und selbstständiges Gebäude wie Heustall, Gaden, Stadel’, ahd. dili, mhd. dile ‘Brett, Diele, Fussboden’ und wdt. Dili, Diln (Lötschtal) ‘Zimmerboden’ (ID. 12, 1225 bzw. 1629 ff.; ZINSLI 1984, 562; GRICHTING 1998, 58) zu stellen. V. SCHMID (2003, 88) sagt, dass Dili an einigen Orten im Oberwallis für den Boden, an anderen für die Decke gebraucht wurde; auch für einen Vorbau oder eine Laube wurde Dili verwendet. In FlN kann Dili auch für ein ebenes Stück Land gebraucht werden.

Das Simplex Dili, auch Dylin wird in St. Niklaus, Zermatt und Blatten gebraucht; meistens für ein ebenes Stück Land. In Zeneggen wird ze der Niderun (untere) und ze der Oberun Dili (beide 1307) erwähnt; hier können zwei Scheuern (grangia) gemeint sein. Nur historisch ist belegt vnder der Dilin (1306, Eisten); aus dem Kontext wird nicht klar, was genau gemeint ist. In Blatten gibt es zer grossen Dÿllÿ (1664). Eine Schaafdili kennen Ferden und Blatten. In Wiler ist ts Jaggisch Dili ‘der ebene Boden der Familie Jaggi’ belegt, aber auch die Zuädili, laut ID. (12, 1645) ‘ein kleiner Verschlag neben dem Heuboden, worin Lische und Heustroh aufbewahrt ist’, vermutlich auch hier als Vergleich zu verstehen.

VSNB, Bd. 2, Sp. 14

Vorkommen

dihlen

dili

dilin

dylin