Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Fäsil

Fäsil wird von ID. zu schwdt. Făsel m. ‘junges Vieh, junge Zucht, besonders von der selben Mutter, von Schafen, Ziegen, Schweinen; mageres, nicht zur Mastung bestimmtes Kleinvieh’ bzw. Alpe für Schmalvieh oder junges Vieh, allgemein ‘Zuchttier’, ahd. fasal, mhd. vasel m. ‘männliches Zuchttier’ und n. ‘Nachkommenschaft’ (ID. 1, 1055 f.) gestellt. RÜBEL (1950, 113) kennt nur Faselschwii als Handelswort von ausserhalb des Wallis. Das HL kommt primär in Gampel vor und ist vermutlich ein romanisches Wort; der älteste Beleg von 1353 hat in alpibus de la vesla für die heutige Fäsilalpu (Gampel). MEYER (1914, 66) kennt vacivile. Es ist wohl zu FEW (14, 107 ff. s. v. vacīvus leer) zu stellen. BOSSARD / CHAVAN (2006, 244) kennen das Etymon als Veisivi etc. und sagen dazu: „au sens de bétail qui n’a pas encore porté [in der Bedetung von Vieh, das noch nicht getragen hat]“. Die Alp in Gampel dürfte also auf deutsch in etwa Chalberalp oder ähnlich heissen. Ob das dt. Fasel zu einem rom. Bezugswort zu stellen ist, weiss ID. nicht, jedoch erwähnt es in der Anmerkung (ID. 1, 1056) eine sonst nicht belegte Fäsel-Alpe (Kanton Glarus) als „eine Alp für Schmalvieh oder junges Vieh“.

Das HL tritt nur als Bestimmungswort in Fäsilalpu ‘die Alpe Fäsil’ (FLNK, Gampel) mit t Oberi und t Undri Fäsilalpu (Gampel), Obär und der Unner Fäsilstafil (Gampel), der Fäsilwald (Gampel) und historisch dem Fäsellzŭn nach ‘dem Fäselzaun folgend’ (1670, Gampel). Nicht hieher, sondern zum HL FESCHIL gehört Fäselgrat (LT, Erschmatt), der sich oberhalb der Fäschillju (Bach bei Feschel vorbei) befindet.

Ganz unsicher ist das 1720 in Gampel belegte jn der Fisilen. Zwar kennt ID. (1, 1074 f.) zwei Lemmata ‘Hülsenfrüchte’ und ‘Rute’ dazu, aber keines von beiden ist im Wallis bekannt; aus dem Beleg lässt sich im Weiteren nicht ablesen, ob eines der beiden gemeint ist. Eine Kurzform zu Fäsel liegt kaum vor, sodass eine Deutung nicht möglich ist.

VSNB, Bd. 2, Sp. 127

Vorkommen

fäsel

fäsil

fisilen