Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Fee (Schaf)

Fee (Schaf) ist vor allem im Gemeindenamen Saas-Fee vertreten. Er ist auf spätlateinisch FĒTA ‘Mutterschaf’ zurückzuführen und bedeutet in der Mehrzahl ‘Schafweide’ (FEW 3, 486a; GPSR 7, 216 f.). Volksetymologisch wird der Name oft als hdt. ‘Fee’ gedeutet; das lautgleiche Fee (Vieh) muss davon ebenfalls getrennt werden.

Ausser im Gemeindenamen Saas-Fee kommt der Flurname als Grundwort nicht vor. In den ältesten Belegen erscheint der Name einfach als Vee (1304 u. später, Saas-Fee).

In zweigliedrigen Komposita erscheint Fee als Bestimmungswort zusammen mit folgenden Grundwörtern: Blatta, Chi, Chopf, Gletscher, Joch und Wasser. In Saas-Grund kommen komplexere Konstruktionen vor: Feechi Kapällu ‘die Kapelle beim Kinn (Schlucht), das Richtung Saas-Fee liegt’ (FLNK, Saas-Grund), Ober und Unner Feechi ‘der obere und der untere Teil des Kinns (Schlucht), das Richtung Saas-Fee liegt’ (FLNK, Saas-Grund). Vermutlich gehört auch der Beleg Feegassu (FLNK, Saas-Grund) eher zum HL FEE (SCHAF) als zum HL FEE (VIEH) und meint dann ‘die Gasse nach Saas Fee’; es wurden in der Datenbank beide Deutungen hingeschrieben.

Einen Genitiv findet man als Verro in (lat. quarterium) Verro ‘der Viertel der Leute von Saas-Fee’ (1553 u. später, Saas-Fee), im lebenden t Feeru Vischpu ‘die Vispe (Fluss) vom Feegletscher herunter’ (Saas-Fee; LT Feevispa, FLNK Feevischpa) und ts Feeruchi ‘das Kinn (Schlucht) der Feeru-Vispe’ (Saas-Fee). Das HL FEE (SCHAF) ist ursprünglich frpr., wird aber heute als deutsches Etymon verwendet und ist deswegen nicht rot eingefärbt.

VSNB, Bd. 2, Sp. 131

Vorkommen

fee (Schaf)

feeru

vee (Schaf)