Maria (PN)
Maria (PN) ist ein PN, der zunächst zur Mutter Jesu gehört; weiter wird er als PN Maria, Marja, Marji, Marī, Maja und Kurzformen wie Marjeli, Märjeli, Marili, Majeli u.ä verwendet (ID. 4, 354 ff.). In den Flurnamen erscheint es wie folgt: Cristam Marie ‘der Hügel der Maria’ (13. Jh. u. später, Ergisch), wo die Belege supra Cristam Marie de Argessa (1328, Ergisch) (mit Abweichungen) haben. Der Beleg ist als ‘auf dem Hügel der (hl.) Maria von Ergisch’ zu verstehen. Die übrigen Belege sind sehr unterschiedlich: Maria am Wäg (FLNK, Randa) ist der Name eines früheren Hotels, das heute als Lager- und Kurhaus dient. 1814 ist in Stalden ein Maria Matten genannt, mit unklarer Deutung. In Bellwald hat FLNK Maria zum Schnee (FLNK, Bellwald, auf rund 2000 m), das aber bei SCHMID (1968) fehlt. In Naters erscheint Mariiahilf als Name einer Kapelle oberhalb des Dorfes (zur Mariahilf-Verehrung cf. HL HILF). In Oberems ist ein ts Mariahoru ‘Marienhorn’ belegt, in Ergisch ein Mariiuhoru ‘Marienhorn’; die beiden Gipfel sind aber nicht am gleichen Ort; ob sie überhaupt nach Maria, der Mutter Gottes, benannt wurden, ist unklar. Anders ist Tschanta Maria Flüe (FLNK, Albinen) zu verstehen (MATHIER 2006, 45 (Nr. 9)): es handelt sich um eine Fluh auf ca. 2200 m, die wohl nach Maria, der Mutter Gottes, benannt wurde. Ganz anders lässt sich ts Marjibaabisch Chieli (Hohtenn) verstehen: es handelt sich um einen Felsblock, der nach einer Frau von Hohtenn benannt wurde: ‘die kleine Kuh (Felsblock) der Maria Barbara (PN)’.
VSNB, Bd. 3, Sp. 193
Vorkommen
maria
- Maria am Wäg Randa
- Maria Matta Stalden
- Maria zum Schnee Bellwald
- Tschanta Maria Flüe Albinen
marie
- Cristam Marie Ergisch
mariia
- Mariiahilf Naters
- Mariiahoru Oberems
mariiu
- Mariiuhoru Ergisch
märjele
- Zantmärjelebieu Binn
marji
- Marjibaabisch Chieli Hohtenn