Asp(e)
Asp n. und Aspe f. sind zu schwdt. Asp(e), -š-, f./m., Dim. Aspli, ahd. und mhd. aspe, aspa, Baumname ‘Espe, Zitterpappel’, in Orts- und Flurnamen eigentlich Gruppe oder Gehölz von Espen und wdt. Aschpa, Aschpä (Goms), Eschpa o. Äschpa (Mattertal), Aschpu ‘Espe’ (ID. 1, 571; GRICHTING 1998, 29) zu stellen. Das Neutrum bezeichnet wie bei anderen Baumnamen ein Gebiet mit mehreren Bäumen; das Femininum einen einzelnen Baum, im Plural mehrere Bäume. Die Form Aspi ist auf Asp-ahi ‘das Gehölz mit Espen’ zurückzuführen (SONDEREGGER 1958, 466 ff.). Als Diminutive treten Aspji, Plural Aspjini und Aspiltini / Aspultini auf. Die meisten der rund 60 Namen sind Simplizia, oft mit Präpositionen wie zum / im / am, resp. den femininen Formen.
Relative Lagen werden durch adjektivische Attributbildungen wie Hinter Asp (Agarn), ts Ober Asp (Agarn), ts Unner Asp (Agarn, Grächen) benannt; unklar ist der Beleg die Hoche Aspen (1669, Leuk) – ohne Kontext ist unklar, ob ein einzelner Baum oder ein Gehölz auf der Höhe gemeint ist.
In Komposita tritt Asp(e) nur als Bestimmungswort auf; es steht dort bei den Grundwörtern vom Typ Acher, Boden, Egga, Fad, Flüe, Fura, Gassa, Güet, Litzi, Matta, Rufina, Schlüecht, Schnitta, Wäg und Wald. Komplexere Bildungen sind der Oberaspwald (Agarn), bei dem Aspbodentschúggi ‘bei dem kleinen Fels beim Aspboden (Boden beim Asp)) (1750, Simplon) und weitere.
Wohl ein Adjektiv auf /-IG/ (ID. 1, 571) liegt vor in der Aspig Bodo ‘der Boden mit Espen’ (Staldenried) und der Aspig Fad ‘das Felsband mit Espen’ (St. Niklaus). Eine andere Adjektiv-Bildung auf /-IN-/ zeigt t Aspini Flüo ‘die Fluh mit den Espen’.
Problemfälle sind di Taschflüe ‘die Fluh mit den Espen’ (Birgisch), wo der Artikel agglutiniert und dann wiederholt wurde; der gleiche Ort heisst in Mund t Aspflüo. Der Ober und Unner Aschtbodu (Simplon) ist wohl eine sekundäre Uminterpretation von Asp-Bodu ‘der Boden mit Espen’; ein Lemma Ast ist sonst nur einmal unsicher belegt.
Die Gwpp. bemerken ab und zu, dass es im Gebiet keine Espen gebe; der Name kann bleiben, wenn sich die Vegetation ändert. Beweisen lässt sich das jedoch mit unseren Mitteln nicht.
VSNB, Bd. 1, Sp. 135
Vorkommen
aschp
- Oberaschp Grächen
- Obren Aschp Leuk
aschpi
- Aschpi Lamma Bellwald
ascht
- Ober Aschtbodu Simplon
- Unner Aschtbodu Simplon
asp
- Asp Stalden
- Asp Naters
- Asp Ausserbinn
- Asp Betten
- Asp Bitsch
- Asp Agarn
- Asp Eisten
- Asp Mörel
- Asp Gut Eischoll
- Aspachra Bratsch
- Aspbodutschuggi Simplon
- Aspegga Glis
- Aspflüo Mund
- Aspfuren Eisten
- Asprufina Ried-Brig
- Aspschlüecht Ausserbinn
- Aspschnitte Ergisch
- Aspwäg Glis
- Hinter Asp Agarn
- Ober Asp Agarn
- Oberaspwald Agarn
- Unner Asp Agarn
- Unner Asp Grächen
- Unneraspwald Agarn
aspa
aspe
aspen
- Aspen Mund
- Aspen Münster
- Aspen Achra Goppisberg
- Hoche Aspen Leuk
asper
- Asperlitzi Eisten
aspgy
- Aspgy Grächen
aspi
aspig
- Aspig Bodo Staldenried
- Aspig Fad St. Niklaus
aspiltenen
- Aspiltenen Bellwald
aspini
- Aspini Flüo Oberems
aspinu
- Aspinuflüowald Oberems
aspji
- Aspji Glis
aspjini
- Aspjini Gampel
aspon
- Aspon Ulrichen
aspu
- Aspugassa Glis
aspultini
- Aspultini Grächen
aspy
- Aspy Termen
tasch
- Taschflüe Birgisch