Anton (PN)
Anton (PN) ist der Name von Heiligen, die aus verschiedenen Gründen verehrt werden, und ein männlicher Taufname mit Varianten wie Anton(ius), Antoni und Kurzformen Toni, Tuni, Tonnes, im Goms Tunen, Toneli, Doneli, Töneli u. ä. (ID. 1, 350 f. und 13, 261 ff. bes. 263). Als FaN sind im Wallis auch Anthenien (cf. HL ANTHENIEN (FAN)) und Tenisch (cf. HL TENISCH) belegt, wohl vom Vornamen abgeleitet. Da mehrere Heilige (vor allem Antonius der Grosse und Antonius von Padua) bekannt sind, ist im Einzelfall nicht klar, auf wen der Name zurückgeht. In einigen Fällen ist auch nicht klar, ob wirklich der PN Anton zu Grunde liegt.
Als Simplex erscheint Anten (1540–1588, Erschmatt), das sehr unsicher ist. Santantoni. Zantantoni oder Zantutoni sind belegt in Oberwald, Selkingen, Ried-Brig, Saas-Grund, Saas-Balen und in Reckingen (SK) als Sankt Anton – es sind jeweils Kapellen oder Bildstöcke des St. Anton. In Ergisch gibt es der Alt Sankt Antooni, einen Bildstock. Die Form Antonius kommt vor in Simplon, Zwischbergen und Randa; auch hier sind Bildstöcke gemeint; zu Simplon und Zwischbergen hat JORDAN (2006, 22, 211, 217, 235 (Zwischbergen), 267) fünf Vorkommen von Antoonius.
Vermutlich Besitzer, seltener Antonius-Statuen, sind gemeint in Thunnen Matta (1757, Goppisberg), Tuneschürli (1850, Biel), ts Tunegade ‘beim Gaden des Anton’ (Binn), bi ts Tunisch Hüs ‘beim Haus des Anton’ (Brigerbad), Toni Bÿne ‘der Pflanzplatz des Anton’ (1860, Glis), Antenhittÿ ‘die kleine Hütte des Anton’ (1762, Naters), z Antunstadel ‘beim Stadel des Anton’ (1645, Visp), ts Antograbu ‘beim Graben des Anton’ (Visperterminen), ts Anto Stadel ‘beim Stadel des Anton’ (Visperterminen), Anthun Acher (1595, Zeneggen), Anten Stadel (1702, Zeneggen), Tonium Weiden (1674, Eischoll), dr Toonigrund ‘der Grund des Anton’ (Niedergesteln), dr Tonileerch ‘Lärche mit Antonius-Statue’ (Wiler), Tunumatta ‘die Wiese des Anton’ (Eggerberg). Unklar ist schliesslich der alleinstehende Genitiv ts Tunisch (Saas Almagell), der ein Gebiet eines Anton oder seiner Familie meinen kann.
Komplexer sind zwei Namen: ts Tunixandisch Intiejerli ‘der kleine Alpstall des Anton Alexander’ (Oberwald) und der Santantoniwald ‘der Wald mit der Kapelle des Heiligen Antonius’ (Naters).
VSNB, Bd. 1, Sp. 119
Vorkommen
anten
- Anten Erschmatt
- Anten Stadol Zeneggen
- Antenhitti Naters
anto
- Anto Stadol Visperterminen
- Antograbu Visperterminen
anton
- Sankt Anton Reckingen
antoni
- Santantoni Ried-Brig
- Santantoni Oberwald
- Santantoniwaldji Naters
antonius
antooni
- Alt Sant Antooni Ergisch
antun
- Antun Acher Zeneggen
- Antunstadel Visp
thunnen
- Thunnen Matta Goppisberg
toni
- Toni Byne Glis
- Tonileerch Wiler
- Zantatoni Selkingen
tonium
- Tonium Weide Eischoll
tooni
- Toonigrund Niedergesteln
tune
- Tunegade Binn
- Tuneschiirli Biel
tuni
- Tunixandisch Intiejerli Oberwald
tunisch
- Tunisch Saas-Almagell
- Tunisch Hüs Brigerbad
tunu
- Tunumatta Eggerberg
untooni
- Santuntooni Saas-Balen
- Zantuntooni Saas Grund