Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Alba

Alba, auf LT auch Albe, ist eine kleine Siedlung auf Visper Gebiet auf halbem Weg von Visp nach Bürchen. Die ältesten Belege sind: 11?? apud Albugna, 1280 (ca.) de prato Albi Lapidis; 1372 Albun; 1422 in der Albun; 1509 apud Albunna. Auch andere mit Alba gebildete Namen sind früh belegt: 1299 ad Albun Wald (Bürchen), 1328 juxta fontem de Albuna; 1389 Albonwalde.

Abweichend davon sind zwei Belege von 1275 mit der Form Alpiz Uualt und Alpizuualt (beide Visp); in beiden Fällen wird das Grundstück als vinea ‘Weinberg’ bezeichnet, was höchstens zutreffen würde, wenn die Weinberge sich im Tal westlich von Visp befanden und das Gebiet dort Albenwald genannt wurde; wir hätten dann wohl eine gelehrte Umdeutung von Alba zu Alpis ‘Alpe’ vor uns. Die übrigen Belege deuten auf einen romanischen Namen zum lat. Adj. ALBUS ‘weiss’ und einem Suffix, vermutlich /-ONA/, also *ALBONA. Im Dialekt der Alemannen wurde aus /-ONA/ ein /-UNA/, später gekürzt zu Alba oder Albe. Die seltsame Übersetzung von 1280 Albi Lapidis ‘des weissen Steines’ nimmt wohl diesen Sinn auf: was jedoch genauer gemeint war, ist unklar. Der Hang, auf dem Alba liegt, heisst am Ort Graubärg (FLNK), was zu einer hellen Geländefarbe passt.

Kaum einschlägig ist die Ableitung vom Flussnamen Albe (GREULE 2014, 30); aus formalen Gründen ist auch Albere oder Alber (ID. 1, 186) ‘Pappel, Feldahorn, Alpen-Goldregen’) kaum einschlägig. ZIMMERMANN (1968, 70 f.) stellt es zu Alpe, was schon rein sachlich nicht geht, liegt Alba doch auf rund 950 m.

Um Alba herum bildet sich ein Namennest mit der Obere und Unnere Alba und den Komposita Albuachra (Visp), Albubrunnu (Visp), Albukapälli ‘die kleine Kapelle bei Alba’ (Visp), t Albumatte (Visp), Albenriedt (1664, Zeneggen), ts Alburied (Visp, Raron), Albuwald (Visp, Bürchen). Komplexer ist Albuwaldkapälli ‘die kleine Kapelle im Albuwald’ (Bürchen) – sie liegt deutlich westlicher und höher als ts Albukapälli (Visp).

Ganz aus der Reihe fällt der Beleg sub albo Stalden (1299, Visperterminen); vermutlich ist hier das Adjektiv lat. ALBUS ‘weiss’ im Ablativ gemeint für das heute noch belegte t Wiissu Staale ‘die weissen Stalden (Anstiege)’ (das im Text von 1299 erwähnte ze der Honflue liegt als Hoflüo in der Nähe).

Der FaN In-Albon gehört wohl hieher (cf. ALBINER FaN).

VSNB, Bd. 1, Sp. 84

Vorkommen

alba

alben

albo

albu

allbu