Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Bädel

Bädel n. ist der Name eines Weilers von Grengiols, der laut HLS (s. v. Bister) ursprünglich zu Bister gehörte. Die historische Schreibweise Bedle ist 1399 in Betten, 1342 u. später in Bister, 1382 u. später in Filet, 1370 u. später in Mörel belegt; diese Belege gehören wohl zusammen. In Filet kommen Bedlebach ‘der Bach, der vom / zum Bädel fliesst’ (1456 u. später) und Bedlewasserleyto ‘die Wasserleitung, die vom / zum Bädel führt’ (1382, Genitiv!) hinzu.

Ein anderes Bädel ist in Münster belegt, das 1471 Pedol, 1573 am Bedell, später Bedel und Pedell genannt wird. In Münster sind weiter bezeugt: beÿ dem Kirchen Pedell (1680), jm Pedell Füertell ‘im Viertel Bädel’ (1721), Bädelgifi ‘die Spalte beim Bädel’ (FLNK, Münster) und vffem vndren Bedell (1611). Vermutlich gehört auch Bedol (1471, Reckingen) hieher.

Im Badoll (1744, Gampel) ist ein unklarer Beleg, der hieher gehören könnte.

In Törbel gibt es 1312 an dem Bedeler und in Naters 1400 supra terram Bedler. Ob diese beiden Namen /-ER/- Ableitungen zu Bädel sind, ist wahrscheinlich, aber unsicher. In Törbel steht Bedeler in einer historischen Reihe, die historisch ab 1301 an dem Bedley heisst, das vermutlich identisch ist mit dem lebenden Namen ts Barlei, das auch in am Obren Barlei (1715 u. später), am Nidren Bedley (1306 u. später), in dem Jndren Barleÿ (1705), an das Vnderbarleÿ (1691, Törbel) belegt ist und lebend als Barlei (FLNK) auch in Bürchen vorkommt, hier jedoch bei einer anderen Flur. in Bedley (1306, Zeneggen) wird wohl zu Törbel gehören.

Ob alle aufgeführten Namen zum gleichen HL gehören oder nicht, ist unklar. Eine Deutung ist kaum möglich. Eine Ableitung von Bad n. ist zwar lautlich, kaum aber inhaltlich haltbar. Eine romanische Grundlage ist nicht ausgeschlossen (z. B. bedu ‘Kanal, Graben’ (FEW 1, 312 ff.; GPSR 2, 387 ss.), aber ebenfalls unsicher. Die historischen Belege zeigen in jedem Fall im Hauptton ein /e/; der Wechsel von /d/ und /r/ in einigen Belegen ist im Wallis selten belegt, aber nicht ausgeschlossen.

VSNB, Bd. 1, Sp. 145

Vorkommen

bädel

badoll

bedell

bedle

betley