Diichil
Diichil m. ‘Holz- oder Eisenröhre’ ist zu schwdt. Düüchel bzw. Tüüchel m., im Wallis entrundet Diichil, Pl. -ja, eigentlich ‘Holz- oder Eisenröhre’ insbesondere ‘Wasser-, Brunnenleitungsröhre’, die aus ausgehöhltem Holz, meist Föhrenholz, sind, ahd. tuchil, mhd. tiuchel, tunchel und wdt. Tiichel (mit Varianten) ‘Röhre (Zement oder Holz)’ (ID. 12, 220 ff.; GRICHTING 1998, 194) zu stellen. Im Kontext der Flurnamen sind es Holzkännel, die für die Wasserleitungen (Suonen) verwendet werden.
Belegt ist das HL als Simplex im Plural di Diichel ‘die Holzkännel (Wiese, durch welche die Dorfwasserleitung führte)’ (Ferden). Die übrigen Belege enthalten das HL als Bestimmungswort: das Tichellwasser ‘die Wasserleitung mit Holzkänneln’ (1760, Oberems), ts Alt Diichilwasser ‘die alte Wasserleitung in Holzkänneln’ (Niedergesteln), ts Tatzdiichilwasser ‘die Wasserleitung aus Holzkänneln zum Weiler Tatz (Hohtenn)’ (Hohtenn), zŭm Dichelsteg ‘zum Steg (Brücke) über die Holzkännel’ (1825, St. Niklaus), ts Tiihilwägji ‘der kleine Weg an den Tiicheln (Holzröhren für die Wasserleitung)’ (Unterems), bim Diichilwärch ‘beim Werk (Wasserleitung) aus Holzkänneln’ (Stalden). Vermutlich auch hieher gehört das unter dem HL TUNGJI aufgeführte di Túngilwasserleiten ‘die Tungilwasserleita (ev. zu Diichil ‘Röhre)’ (1781, Bürchen).
VSNB, Bd. 2, Sp. 14
Vorkommen
dichel
- Dichelstäg St. Niklaus
diichel
- Diichel Ferden
diichil
- Alt Diichilwasser Niedergesteln
- Diichilwärch Stalden
- Tatzdiichilwasser Hohtenn
tichell
- Tichellwasser Oberems
tiihil
- Tiihilwägji Unterems