Brei
Brei m. / n. kommt zunächst in Ried-Brig als Name eines Dorfteils vor: ts Brei, südwestlich vom Dorfkern. Die ältesten Belege sind 1244 de Brov, 12?? de Brolio, 1349 supra Broy usw.; erst ab ca. 1460 erscheint Brey. Der Name dürfte romanisch sein und zu *brogilos ‘eingehegtes Gehölz’ (FEW 1, 555; DELAMARRE 2003, 91 f. ‘petit bois’) gehören, generell also etwa ‘kleiner Wald’. Hierzu sind auch alle Belege in Ried-Brig zu stellen: an der Alten Breÿ Gassen (1796, Ried-Brig), Broyacher (1391, Ried-Brig), Broͤierro Schleif ‘der Holzschleif der Leute vom Brey’ (1374, Ried-Brig), Breÿerÿ ‘die Wasserleitung vom / zum Brei’ (1391 und später, Ried-Brig), in den Breÿmatten ‘in den Wiesen beim Brei’ (1389 u. später, Ried-Brig), di Broͤywasen ‘die Wasen beim Brei’ (1320 u. später, Ried-Brig), Mittelbrei (Ried-Brig), am Vndren Brey ‘am unteren Brei’ (1684, Ried-Brig). Das für Naters belegte Breÿ (1468) betrifft das Herkommen von Egidij Partitoris (Egidius Theiler) von Breÿ, das zur Pfarrei Naters gehört; es ist der Dorfteil Brei (Ried-Brig) gemeint. Eventuell kann auch iuxta dem Breyerschleif ‘beim Holzschleif der Leute vom Brei’ (1659, Glis) zum Dorfteil Brei (Ried-Brig) gestellt werden, obwohl der Wickert, der im Dokument genannt wird, sich auf der linken Seite der Saltinaschlucht befindet.
Wohl ebenso zu Brei gehören: Broherro, ein Genitiv Plural zu einem cabulum ‘Schleif’, also ‘der Schleif der Leute von Brei’ (1279, Glis; auch Broherto), einige Belege Mittelberoh (1279), Mitteboroh (1279), die zu Mittelbrei zu stellen sind.
In Eischoll ist der älteste Beleg zu ts Breyu 1396 Breyun (LT Breie, ein Weiler von Eischoll). Es gibt keinen älteren Beleg mit /ö/ oder ähnlich, sodass von einem /ey/ auszugehen ist. Belegt sind weiter t Breiachra ‘die Äcker im Gebiet Breije’, t Breihalte ‘die Halden beim Weiler z Breije’ (FLNK, Eischoll), Breimattu (nicht Breitmattu, wie FLNK und LT) ‘die Wiesen beim Weiler z Breije’, Breirüüs ‘die Wasserleitung vom / zum Weiler z Breije’, Breiweg ‘der Weg von / nach z Breije’ (1707 u. später, Eischoll). ID. (4, 1561) kennt Brejerbërger-Stückli als ‘Schildbürgerstreiche’, auch für das Wallis, aber daraus lässt sich keine Deutung ableiten.
Belegt ist weiter am Breÿ (1639, Niedergesteln); auch hier ist von einem Brey ohne Rundung auszugehen. Die Deutung, die sich für Ried-Brig anbietet, kann kaum angewandt werden. Eine andere Deutung ist jedoch nicht möglich.
VSNB, Bd. 1, Sp. 272
Vorkommen
brei
- Alt Brei Gassa Ried-Brig
- Brei Ried-Brig
- Brei Naters
- Breiacher Ried-Brig
- Breiachra Eischoll
- Breihaalte Eischoll
- Breimatte Ried-Brig
- Breimatte Eischoll
- Breirüüs Eischoll
- Breiwasen Ried-Brig
- Breiweg Eischoll
- Mittelbrei Ried-Brig
- Unner Brei Ried-Brig
breier
- Breier Schleif Ried-Brig
breieri
- Breieri Ried-Brig
breiu
- Breiu Eischoll
brey
- Brey Niedergesteln
breyer
- Breyerschleif Glis