Doweeria
Doweeria f. ist der Name des Flusses, der in Simplon Chrummbach heisst, und zwischen Gabi und Gondo Doveria. JORDAN (2006, 310 u. passim) kennt Doweeria. Auf der italienischen Seite wird der Fluss Diveria genannt. Das Tal unterhalb von Gondo wird Val Divedro (deutsch: Daveder, hier HL THAFEDER) genannt, während der umfassende Name des Tales Val d’Ossola und dt. Eschental ist (nach HUBSCHMIED 1938 b, 50 ein Beleg für das späte Aussterben des Keltischen). OLIVIERI (1965, 147) kennt den Talnamen Diveria und den Alpnamen Deveria und führt sie – mit SALVIONI – auf vetro ‘Glas’ mit Hinweis auf den dort vorhandenen Gletscher (ghiachiaio) zurück, weil auch Val di Vedro vorliege. Er interpetiert also Divedro als Verbindung einer Präposition di mit Vedro. Für Doveria gilt das jedoch nicht; dagegen könnte es sich auf das keltische *dubos ‘schwarz’ (LEBEL 1956, 289) beziehen, während Diveria sich zu keltisch *deua ‘Göttin’ (LEBEL 1956, 289) stellen liesse; auch wenn OLIVIERI SALVIONIs Vorschlag als korrekt bezeichnet. In beiden Fällen wäre dann eine Ableitung auf /-ERIA/ erfolgt, wobei der Akzent auf der ersten Silbe der Ableitung liegen würde. Diese Deutung ist allerdings sehr spekulativ.
Zwei historische Belege, vermutlich aus Varzo, liegen vor: 1279 de douerio, 1561 de Diuerio – beide meinen wohl einen Ort im Tal, das 1543 vallis diuerij und 1555 vallis diuerÿ (beide Zwischbergen) heisst. In beiden Fällen liegt nicht das Feminin vor, sondern Maskulinum oder Neutrum, was auf einen Ort hindeutet; der Name des Flusses ist feminin.
VSNB, Bd. 2, Sp. 29