Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Blatt

Zu Blatt n. gehören nur wenige Belege, die Abrenzung gegenüber Blatta f. ‘Felsplatte’ ist nicht immer klar. Zu stellen ist es zu schwdt. Blatt, Blād n., Pl. Bletter, Blätter, wdt. Blatt, Dim. Blettji, Bleggi, Blattji ‘Pflanzen-, Blumenblatt allgemein’, auch von anderen flachen, dünnen Dingen, ahd. blat, Pl. bletir (ID. 5, 179 ff.; GRICHTING 1998, 39). Hier auch möglich in der Bedeutung von schwdt. Blacken, Blaggen, Placken, Plaggen, Blackten, Blaggten, Blachten f. (ID. 5, 54 f.; cf. HL BLACHTEN), vor allem Sandbletter (auch Sandblachte) ‘Huflattich (TUSSILAGO FARFARA)’ (LAUBER / WAGNER / GYGAX 52014, 1114). Blettret ist von der Form her kollektive oder stellenbezeichnende Ableitung zu Blatt, genauer Bletter (SONDEREGGER 1958, 524 zu -ÔDI, -ÔTI).

Die Simplizia treten im Singular als ts Blat (Simplon), ts Blatt (Binn, Greich), im Plural als uf de Blettre (Lax), uf de Blättre (Martisberg), auf de Blettru (Betten) und als Diminutiv ts Blatgi (Termen) auf. Seltsam ist das feminine zer Blattli ‘zur ebenen Fläche’ (Täsch), das offenbar eine feminine Ableitung auf -(I)LI (SONDEREGGER 1958, 517 f.) ist.

Mit attributiven Adjektiven treten zer Unner Blattli ‘zur unteren ebenen Fläche’ (FLNK, Täsch) und ts Ober und ts Unner Bletrett ‘der obere und der untere Teil des Gebietes mit vielen Blättern’ (Gampel) auf.

Nur einmal ist das HL als Bestimmungswort in ts Blamatu ‘zu Blattmatten (flache Wiesen), Dorfteil von Saas-Fee’ (Saas-Fee) belegt. Die historischen Belege Blatmatto (1734) und Blatmatten (1831) machen deutlich, dass es sich um das HL BLATT handelt. Gwp. meint allerdings, es handle sich um <blacke> ‘Blacken’ bei den <bühef> ‘Bau-Höfen (Miststöcke)’. Diese Deutung ist möglich, wenn man von der heutigen Lautung ausgeht; die historische Form deutet aber eher auf das HL BLATT.

VSNB, Bd. 1, Sp. 236

Vorkommen

bla

blat (Blatt)

blatgi (Blatt)

blatt (Blatt)

blatte (Blatt)

blattli

blättre

bletrett

bletter

blettre

blettru