Bätt
Vorbemerkung: die Belege auf BÄTT- und BETT- sind sehr komplex. Zunächst gibt es eine Gruppe von Flurnamen, die im Zusammenhang mit dem Gemeindenamen Betten (Bätte) (GRICHTING 1998, 33 wdt. Bätte, Bettu (Leuker Berge), Bättu), dazu Bättmer- oder Bettmer-, stehen, der selbst kaum auf das Appellativ Bett ‘Bett’ zurückgehen kann, da nach SDS (1, 15) nirgends im Oberwallis ein offenes Bätt dafür steht. Der Typ Bëtt (ID. 4, 1823) im Sinn von ‘Bitte’ und das dazugehörige bëtten ‘beten’ (GRICHTING 1998, 33, wdt. bätte, bättä (Goms), bättu ‘beten; bitten’) kann in einigen Fällen einschlägig sein. Es bleiben aber eine Reihe von Bildungen mit Bätt- und Ableitungen wie Bättär-, Bättul/il/el-, die sich nicht klar deuten lassen: Bättel (Id. 4, 1835; so nicht bei GRICHTING 1998, 33) im Sinn von ‘geringe, armselige Sache’ scheint in FlN vertreten. Auch das BENB (1, 4, 248 ff.) ist nicht sicher, vgl. dort die Lemmata Bät(t)/Bett, Bättel, Bättler/Bettler. Im Wallis muss auch mit bätte im Sinn von ‘beten, ein Gebet sprechen’ oder Bätti (GRICHTING 1998, 33 wdt. Bätti, Bättin (Lötschtal), Bättli (Leuker Berge) ‘Perlenschnur (Rosenkranzgebet’) im Sinn von ‘Rosenkranz, Rosenkranzperle’ gerechnet werden, vgl. auch schwdt. bëtten ‘beten’ bzw. substantiviert Bëtt n. ‘Bitte, Gebet; kirchl. Gebet; Bittopfer, Kirchenalmosen’ oder schwdt. Bëtt f. ‘Bitte; Steuer, Abgabe’ (ID. 4, 1823 ff.; ID. 4, 1828). Der Beleg ts Bätchrizji (Mund) könnte auch zum Betthorn (Mund, so auf der SK, lebendig nicht belegt) zu stellen sein. Besonders schwierig ist ts Bätuleischtu (Ried-Mörel), das wohl – entgegen dem Beleg von 1610 – als Bätul-Eischtu zu trennen ist, also eine ‘kleine, armselige Ansammlung von Schafställen (=Eisten)’. In Bättäregga (Wiler) kann eine /-är/- Ableitung zu bätte ‘beten’ angenommen werden, da die LK dort eine kleine Kapelle verzeichnet.
VSNB, Bd. 1, Sp. 172