Draad
Draad ist belegt in der Draadchromu ‘die mit einer Mauer eingezäunte Wiese, von der ein Transportbahnseil wegführt’ (Simplon) (vgl. auch JORDAN 2006, 59 Draatchromu), ts Ober und ts Unner Draatseil ‘das obere und das untere Drahtseil (Seil zum Holztransport)’ (Mund) und Draatseilbächi ‘der kleinen Bach, dem entlang ein Drahtseil führt / der gerade wie ein Drahtseil ist (?)’ (FLNK, Ulrichen). Es ist zu stellen zu schwdt. Drāt m., ahd. und mhd. drāt, wie nhd. ‘Draht, fadenähnliches Gebilde aus Naturfasern oder Metall’ (ID. 14, 1439 ff.) und zum Kompositum Drahtseil n. wie nhd. ‘Seil aus Stahldrähten’ (ID. 7, 756). GRICHTING (1998) kennt die Formen nicht. Ein Drahtseil dient im Allgemeinem dem Transport von Waren, nicht aber von Personen. Ob der Beleg von Ulrichen metaphorisch ist, lässt sich anhand von Karte und Fotografie nicht entscheiden.
VSNB, Bd. 2, Sp. 30
Vorkommen
draad
- Draadchromu Simplon
draat
- Draatseilbächi Ulrichen
- Ober Draatseil Mund
- Unner Draatseil Mund