Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Chrinna - Chrinnu

Chrinna – Chrinnu ist zu schwdt. Chrinne(n) f. ‘kleine, längliche Vertiefung, Einschnitt, Kerbe, Rinne; natürliche Vertiefung im Boden, Einsattelung zwischen Bergen’, spätmhd. krinne ‘Einschnitt, Kerbe, Rinne’ (ID. 3, 827; ZINSLI 1945, 92; SONDEREGGER 1958, 81 f.; BENB 2, 509 f.; URNB 2, 473; LUNB 1, 1, 564 f.) zu stellen. Das Simplex tritt im Singular (Chrinna Chrinnu) und im Plural (Chrinne) auf; im Einzelfall ist nicht zu entscheiden, ob es sich um eine Rinne, eine Einsattlung oder einen Einschnitt handelt. Als Grundwort in Komposita ist Chrinna – Chrinnu nicht belegt. Als Bestimmungswort kommt es mit Biel, Blattu, Licka vor. In Blatten (Lötschental) hat das Lemma ein inlautendes /-nd-/. Die Alp Chrindällun (Blatten) ist Zentrum eines Namennestes mit Blatta, Lägi, Spitza, Licka. Zu Grunde liegt wohl die Ableitung Chrinnel (ID. 3, 827) ‘Ritze, Spalte’. Das /-nd-/ erklärt sich entweder aus einer hyperkorrekten Form (Chrinnel < Chrindel wie Anner < Ander ‘ander-’) oder aus dem Sprosskonsonanten /d/ vor /l/. Für eine Hyperkorrektion spricht der Beleg ts Ruppu Chrindu ‘der enge Felsdurchgang der Familie Ruppen’ (Blatten). Nicht ganz klar ist die Grundform bei mehreren historischen Belegen, die eine Wasserfuhr in Grächen als Krinnolla und Krynnellon benennen; es handelt sich um Ableitungen zu Chrinna (Grächen), an der die Wasserfuhr vorbeiführt. Der historisch älteste Beleg Krynarrola (1388, Grächen) verbindet wohl eine /-ARRO/ (heute: /-ERRA/) und eine /-LA/-Ableitung.

VSNB, Bd. 1, Sp. 367

Vorkommen

chrindäl

chrindällun

chrindel

chrindu

chrinn

chrinna

chrinnu

krinn

krinna

krinne

krinnella

krinnu