Feer
Feer ist nur in Zwischbergen belegt. Das Simplex kommt historisch seit 1391 als an Ver vor, wobei die Schreibweisen sich ändern; die jüngeren Belege zeigen deutlich einen Langvokal (1697 an Fehr, 1755 Feer). Historisch sind weiter am Obren Fehr (1656 u. später) und Feermatton (1650 u. später, dann als Feermatta und Fehrmatten) belegt. Lebend kommen der Feerbärg und der Feergrabu vor. Die Namen deuten darauf hin, dass sich am Feerbärg ein Grundstück ts Feer befand. Die lebenden Belege zeigen ein geschlossenes, langes /e:/, das für einige Dialekte auch beim schwdt. fer(r), Adj. und Adv. ‘fern, weit, ursprünglich rein räumlich’, ahd. vër, mhd. vërre ‘fern, weit’ (ID. 1, 912 f.) angegeben wird. Gemeint wäre dann ‘das abgelegene Grundstück’ (cf. HL FÄÄRE). Allerdings hat GRICHTING (1998, 75) mit fääre, fäärä (Goms), fäärn (Lötschtal), fääru ‘letztes Jahr’ durchwegs langes /ää/, sodass ein Beleg hierzu scheitern muss. JORDAN (2006, 250 f.) nennt Feerbärg und Feer, sowie Feerwäg, Feergrabu und Feerschtägi, gibt aber keine Deutung dafür. Eine Deutung von OLIVIERI (1965, 158 s. v. Fèra; er führt es auf lat. FERIA zurück) kommt kaum in Frage; ob ein auf lat. FERRUM ‘Eisen’ zurückzuführendes Lemma fêr (LSI 2, 422 f.) zu berücksichtigen ist, bleibt sehr fraglich. Insgesamt ist die Deutung deswegen unklar.
Nicht hieher, sondern zum Gemeindenamen Saas-Fee gehört Feer Vischpu ‘die Vispe (Fluss) aus Saas-Fee’ (FLNK, Saas-Grund) (cf. HL FEE (SCHAF)).
VSNB, Bd. 2, Sp. 132