Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

Datenbank (Webversion)
Hauptlemma

Chäla

Chäla ist auf schwdt. Chëlen, Chellen, Challen f., Dim. Chëlli ‘Kehle; natürlicher Einschnitt im Boden, Rinne, Kluft, bes. in den Bergen’, mhd. kël(e) ‘Kehle, Schlund’ (ID. 3, 198 f.; ZINSL 1946, 91 ‘Felsrinne’; GRICHTING 1998, 46 ‘Runse, Engstelle’) zurückzuführen. Inhaltlich ist damit meist eine Rinne oder ein enger Durchgang gemeint; in der Datenbank wird dies meist durch ‘Felsrinne’ wiedergegeben, obwohl nicht immer ein Fels sichtbar sein muss. Das Lemma tritt als Simplex Chäla – Chälu f., Pl. Chäle oder als Diminutiv Chäli (Lötschental Chälin) auf. Selten sind adjektivische Bildungen wie t Vooder Chäla ‘vordere Felsrinne’ (Randa, früher Weide), t Hinner Chäla ‘die hintere Felsrinne’ (Randa, früher Weide) und t Foderscht Chäla ‘die vorderste Alpe Chäla (Felsrinne)’ (Binn) und weitere. Komposita mit dem Grundwort Chäla beziehen sich meist auf den Ort, bei dem die Chäla liegt: t Alterchäla ‘die Felsrinne oberhalb des Alterhöüt (Alterhaupt)’ (Zermatt) (bei JULEN ET AL. (1995, 210) als d Alterchella ‘Grabenzug auf einen hervorragenden Bergrücken zu’), t Bochtechäle ‘die Felsrinne bei den Bochte (Bottich)’ (Reckingen) oder bewerten eine Chäla negativ als t Finschterligchäle ‘die Felsrinne beim Finsterling (finstere Stelle)’ (Reckingen, auch FLNK) oder tsch Schwiichäli ‘wüste kleine Felsrinne’ (Hohtenn, Niedergesteln) und andere mehr. Als Bestimmungswort wird Chäla oder Chäli verbunden mit den HLL Egg(a), Gassa, Grabu, Hitta, Stäga, Tschugge und Wald, also bei einer Rinne liegende Objekte und Gebiete. Komplexere Konstruktionen sind etwa der Inner Chälgrabo ‘der innere Graben in der Kehle (Geländeeinschnitt)’ (Mund) und das sehr komplexe zum Chalchofili in der Chälu ‘zum kleinen Kalkofen in der Felsrinne’ (Niedergesteln).

VSNB, Bd. 1, Sp. 321

Vorkommen

celen

chäla

chäle

chäli

chälin

chäll

chälu

chelen

kähli

käl

käle

käli

kälu

kele

keli