Chännel
Das Lemma Chännel ‘Kännel’ ist zu schwdt. Chännel, wdt. Chännl, Chännul (Mattertal), Chänel (Saastal), Chänäl (Lötschtal), Chänil m. ‘rinnenförmige Vertiefung, meist künstliche Wasserleitung, Kanal’, ahd. canal, canali, mhd. kanel, kenel ‘Kanal, Röhre, Rinne’ (ID. 3, 310; GRICHTING 1998, 47) zu stellen. Das Simplex tritt im Singular und Plural (Chänla, Chänja mit Palatalisierung des /l/) auf, auch im Obliquus, bim Chännel / bi de Chännlu / Chännju ‘beim Kännel, bei den Känneln’. Als Grundwort erscheint es in attributiven Fügungen wie der leng Chänu ‘der lange Kännel’ (Gluringen), mit einem Zahlwort Sägsch Chännja ‘sechs Kennel’ (Bitsch) oder dann in Komposita wie mit de Ladusüöchännju ‘bei den Känneln der Wasserleite nach Laden’ (Niedergesteln) oder Sengkenel ‘der Kännel im Seng’ (Naters, Bitsch). Als Bestimmungswort findet man es vor allem bei Chänilmatta ‘die Wiese mit Känneln’ (Raron und andere), seltener Chänilbodo ‘der Boden mit Känneln’ (Ausserberg) und vereinzelt auch Chänilachra ‘die Äcker bei den Känneln’ (Varen), Chäniltschuggu ‘Felsen bei den Känneln’ (Oberems). Komplexere Bildungen wie Schlusskenilegga ‘die Ecke beim Schlusskännel’ (Mühlebach) sind nur vereinzelt nachweisbar. Der vereinzelte Beleg Chängeltola ‘Mulde in der Form eines Kännels’ (Grengiols) ist – laut ID. (3, 362) – auch als ‘Kännel’ zu verstehen. Der isolierte historische Beleg Walterli im Kenle (1363, Naters) enthält vielleicht den FaN Kenel (de Canali) (AWWB 49 f.): Meistens sind mit Chännel künstliche, früher vor allem aus Holz gefertigte Kännel gemeint, die der Wasserfuhr und damit der Bewässerung der trockenen Wiesen dienen. In einigen Fällen sind aber auch natürliche Chännel (Gräben, schluchtartige Züge) gemeint. Da die traditionellen Chännel heute kaum mehr in Funktion sind, können Namen auf früher bestehende Wasserleiten verweisen, die heute ersetzt oder gar überbaut sind.
VSNB, Bd. 1, Sp. 327
Vorkommen
chän(d)lu
- Chän(d)lu Turtmann
chänäl
- Chänälhuis Ferden
- Steichänälbletschä Blatten
- Steinig Chänäl Kippel
chänälln
- Chänälln Ferden
chänel
- Chänelmatta Naters
chängel
- Chängeltola Grengiols
chänil
- Alt Chänil Leuk
- Chänilachra Varen
- Chänilachra Eggerberg
- Chänilackerlini Eggerberg
- Chänilbedu Ergisch
- Chänilbodo Ausserberg
- Chänilhubil Unterems
- Chänilmatta Raron
- Chänilmattä Erschmatt
- Chänilmatte Varen
- Chänilmatte Ried-Brig
- Chänilmätti Niedergesteln
- Chänilmattu Leuk
- Chänilseewji Oberems
- Chäniltschuggu Oberems
- Chänilwasser Ausserberg
- Theyl Chänil Ausserberg
- Theylchänil Niedergesteln
- Wiibuchänil Ergisch
chänndle
- Chänndle Zermatt
chännel
- Chännelwald Goppisberg
- Chännelwälder Visp
chännelle
- Chännelle Lalden
chännja
- Sägsch Chännja Bitsch
chännje
- Chännje Ernen
chännju
- Chännju Randa
- Chännju Saas-Fee
- Chännju Visperterminen
- Ladusüechännju Niedergesteln
chännu
- Chännubach Bellwald
- Chännuschleif Lax
- Schutzchännu Binn
chännul
- Chännulbrunnu Ried-Mörel
- Chännulzug St. Niklaus
chänu
- Leng Chänu Gluringen
känel
- Känelmatta Bitsch
- Känelmatten Bratsch
- Känelschlüecht Ulrichen
- Sengkänel Bitsch
känil
- Känilmatte Unterems
- Känilmättiltini Hohtenn
- Känilriische Oberems
känlen
- Känlen Raron
kännel
- Kännelhaalta Birgisch
kännillen
- Kännillen Unterems
kännle
- Kännle Ulrichen
kendlen
- Kendlen Mühlebach
kenel
- Kenelbach Bürchen
- Kenelbodo Mund
- Kenelmatta Bürchen
- Kenelmatta Zeneggen
- Kenelwang Zwischbergen
- Lufftkenel Mund
- Sengkenel Naters
- Teischbalmen Kenel Hohtenn
kenelen
- Kenelen Niederwald
- Kenelen Ferden
- Kenelen Fieschertal
- Schephkenelen Staldenried
kenelschon
- Kenelschon Randa
kenil
- Kenil Ried-Brig
- Kenilachra Ried-Brig
- Kenilmatta Simplon
- Kenilmatte Ried-Brig
- Schlusskenilegga Mühlebach
kenillun
- Kenillun Ergisch
kenle
- Kenle Naters
kenlen
kenlin
- Kenlin Naters
kennel
- Kennelmatten Erschmatt