Brig
Brig (frz. Brigue, it. Briga) ist eine städtische Siedlung auf der linken Rottenseite und rechts der Saltina. Der Name geht vermutlich auf ein keltisches Gattungswort *briga ‘Hügel; Hügelfestung’ zurück (JACCARD 1905, 54; KRISTOL ET AL. 2005, 187). Andere Deutungen, die Brig zu ahd. prücca ‚Brücke’ stellen (GATSCHET 1867a, 245), sind abzulehnen – Brig ist zweifellos eine ältere Gründung als die alemannische Einwanderung im Oberwallis, was auch durch entsprechende archäologische Funde gestützt wird. Ein weiterer Deutungsansatz stellt den Namen zu spätgallisch *brigwa ‘Brücke’ (HUBSCHMIED 1933b, 4; GUEX 1938, 357 und 21976, 177; RÜBEL 1950, 131): laut KRISTOL ET AL. (2005, 187) ist aber dieser Ansatz ebenfalls hinfällig, da die mittelalterlichen Belege von Brig ansonsten -v- aufweisen müssten, weil [gw] sich im Frpr. des Oberwallis zu [v] entwickelte (KRISTOL ET AL., 2005, 187). 1972 vereinigten sich die Ortschaften Brig, Glis, Gama und Brigerbad zur Gemeinde Brig-Glis.
Lateinisch erscheint der Stadtname in murum villae Brigae ‘die Stadtmauer von Brig’ (1624, Brig).
Mit attributiven Adjektiven kommen lat. in superiori Briga ‘im oberen Teil von Brig (wohl: obere Burgschaft)’ (1384 u. später, Brig) und jn inferiori Briga ‘im unteren Teil von Brig (wohl: untere Burgschaft)’ (1486, Brig) vor. Komplexer sind t Ober und t Unner Briggassa ‘die obere und die untere Gasse nach Brig’ (Glis).
Eine Ableitung vom Stadtnamen ist Briger, ein ursprünglicher Genitiv Plural Brigerro. Volle Genitivformen sind: Brÿgerro Alp ‘die Alpe der Leute von Brig’ (1578, Glis), in Brÿgerro Theilen ‘die den Leuten von Brig zustehenden Teilstücke im Grund (Rottenebene)’ (1626, Glis), Briigeru Blessi ‘die kahle Stelle im Wald, die den Leuten von Brig gehört’ (Glis). Als Adjektiv erscheint Briger in die Brügereyen ‘die Auen der Briger (Leute von Brig)’ (1729, Naters; 1732 Brigeru Eÿen), Brÿger Weg ‘der Weg nach Brig’ (1602, Ried-Mörel; 1408 Brigweg), Brÿgerberg ‘die bergwärts liegenden Gebiet oberhalb Brig (heute Ried-Brig und Termen)’ (1529, Ried-Brig; SK und LT Brigerberg), der Name erscheint auch als lat. de Monte Briencium (1556), de Monte Brigensi (1594) und ähnlich, das Brigerweglin ‘der kleine Weg nach Brig’ (1452, Visperterminen), Brigerweg ‘der Weg nach Brig (zum Markt)’ (1427, Bitsch). Komplexer ist am Grosen Briger Graben ‘am grossen Briger Graben’ (1860, Glis).
Die Ableitung auf /-ERI/ für eine Wasserleitung ist als Brigeri ‘die Wasserleitung nach Brig’ (1564 u. später, Brig), der Brigerrin ‘der (Genitiv ist konstruktionsbedingt) Wasserleitung nach Brig’ (1448 u. später, Ried-Brig), únter der Brigeri ‘unterhalb der Wasserleitung nach Brig’ (1801, Glis) belegt. Obri Brigeri ‘die obere Wasserleitung nach Brig’ (FLNK, Ried-Brig) und t Ober und t Unner Brigeri ‘die obere und die untere Wasserleitung nach Brig’ (Brig) sind komplexere Konstruktionen.
Briigerbad ‘das Bad der Briger’ (Brigerbad) war bis 1972 eine selbständige Gemeinde. Es wird im Unterschied zum Leukerbad ‘das Bad der Leuker’ so benannt; am Ort selbst ist nur von tsum Bad die Rede.
VSNB, Bd. 1, Sp. 278
Vorkommen
brig
- Brig Brig
- Brigmatte Brig
- Ober Brig Brig
- Ober Briggassa Glis
- Unner Brig Brig
- Unner Briggassa Glis
briger
- Briger Alpa Glis
- Briger Eie Naters
- Briger Stadtmüüra Brig
- Briger Teilu Glis
- Briger Wäg Ried-Mörel
- Brigerbärg Ried-Brig
- Brigerwäg Visperterminen
- Brigerwäg Bitsch
- Brigerwegli Glis
- Gross Briger Grabo Glis
brigeri
- Brigeri Glis
- Brigeri Ried-Brig
- Brigeri Brig
- Ober Brigeri Ried-Brig
- Ober Brigeri Brig
- Unner Brigeri Brig
briiger
- Briigerbad Brigerbad
briigeru
- Briigeru Bleessi Glis