Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Äbnet

Äbnet n. ‘ebenes Land’ ist zu schwdt. Ebnet, Ebnat, Ebnit m./n./f. ‘flaches Land, Fläche, welche eine Abdachung unterbricht, also in einer relativen Höhe gelegener Ort’ und wdt. Äbni, Äbmi (Lötschtal) ‘Ebene’ (ID. 1, 46, BENB 1, 1, 54 f., SONDEREGGER 1958, 524; GRICHTING 1998, 19 zum HL ÄBNI) zu stellen, eine Ableitung zum Adjektiv äbe ‘eben’. Häufig ist eine Assimilation zu Äbmet zu finden, vor allem im Goms; zu unterscheiden ist das Lemma vom ähnlichen Äbi ‘Abhang’, das zum Adverb ab zu stellen ist. Das Goms weist deutlich am meisten Belegstellen (rund 70 von rund 140) auf, gefolgt von Östlich Raron; in den übrigen Bezirken ist die Anzahl gering, aber es sind alle Bezirke vertreten.

Das Simplex ist in der geschriebenen Form Ebnet, sonst als Äbmet oder Äbnet, manchmal mit offener unbetonter Silbe, sehr häufig. Plurale vom Typ Äbmete oder Ebneten sind seltener; sie sind wohl als Kollektive ‘mehrere ebene Stücke Land’ zu verstehen. Diminutive im Singular sind Äbmeti, Äbmetgi, Äbnetji, Ebmetli (1803, Ernen); der Plural ist nur einmal belegt: t Äbmetjini (Steinhaus).

Häufig, vor allem im Goms, findet sich eine relative Lagenangabe vom Typ ts Ober und ts Unner Äbmet; oft neben dem Simplex Äbmet. Selten sind Plurale betroffen, wie Uneräbmete (Blitzingen) oder t Undru Äbnete (Termen). Andere attributive Adjektive sind selten: das Finstere Ebmet (1848, Oberwald), ts Leng Äbmet (Münster), zen Nydren Ebmeten (1406, Blitzingen), ts Still Äbmet (Mühlebach), in das Still=Etmet (1851, Ernen). Komplexer sind die beiden Belege des Jnneren Ebnet Theils (1840, Embd) und des Äússern Ebnet Theils (1840, Embd), beide wohl zu lesen als ‘(Besitzer) des Teiles des inneren / äusseren Ebnet (ebenes Land)’.

Als Grundwort verbindet sich Äbnet mit Genitiven oder Bestimmungswörtern wie in t Borteräbmete ‘die ebenen Grundstücke der Familie Borter’ (Ulrichen), Elso Ebnet ‘das Ebnet (ebenes Land) des Elso / der Elsa’ (1726, Ried-Mörel), im Elsen=Ebnet (1835, Bitsch), in Elsen Ebnet (1734, Mörel), vermutlich alle das gleiche Gut betreffend, ts Fouetschäbmet ‘das Ebnet des Follet’ (Bellwald, unklar), inn Geroldigo Ebnet ‘im ebenen Land der Leute des Gerold / der Familie Gerold’ (1725, Naters), Gerolds Ebnet ‘das ebene Land des Gerold’ (1651, Bitsch, mit späteren Varianten), beide wohl das gleiche Gut betreffend, üf ts Ligsch Äbmetgi ‘auf dem kleinen ebenen Land / auf dem ebenen Land des Ligg’ (Münster, unklare Konstruktion), Oyst Ebnette ‘das ebene Land beim Eist (Schafstall) (1320, Termen, mit späteren Varianten bis 1381).

Das Lemma tritt als Bestimmungswort auf, meist zu Grundwörtern, die eine Flur bei einem Äbnet betreffen. Die Grundwörter sind: Acher, Alpa, Bode, Brunne, Gassa, Grabe, Haalte, Matta, Schleif, Stadel, Stutz, Wald und Wase.

Komplexere Konstruktionen sind z. B. t Unner Äbmetmatte ‘die untere Wiese beim Ebnet (ebenes Land)’ (Reckingen) oder die Ebnetmatta Dirringo ‘die Wiese beim Ebnet (ebenes Land) der Familie Dirren’ (1504, Bürchen).

Einen Sonderfall stellt die Form ts Ober und ts Un(d)er Abmät (Wiler) dar, ersteres bei FLNK als Obers Äbmät, und das dazugehörige zwischänn Äbmäten ‘zwischen den Ebnet (ebene Stücke Land)’. Die Form Abmät scheint eine idiosynkratische Veränderung des sonst überall belegten Äbmät zu sein.

VSNB, Bd. 1, Sp. 69

Vorkommen

abmät

äbmät

abmät

äbmäten

äbmäti

äbmet

äbmete

äbmetgi

äbmeti

äbmetjini

äbnät

äbnet

äbnete

äbnetji

äbnetsch

äbnett

äbnetu

ebmet

ebmetli

ebnet

ebneten

ebnetten

ebnetton