Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Blüemu

Blüemu ist zu schwdt. Bluemen, wdt. Blüema, Blüemä (Goms), Blüöma (Saastal), Bluäm (m.) (Lötschtal), Blüomu m., f. wie nhd. ‘Blume’, ‘das Blühen, Blüte, vom Gras auf den Wiesen’, ‘Graswuchs’, ‘Ertrag, den eine Wiese bei der einzelnen Nutzung liefert; Bodenertrag überhaupt’; ‘der Erste, Beste, Schönste unter gleichartigen Dingen (z. B. Alpweiden)’, ahd. bluomo m., bluoma m., f. (ID. 5, 64 ff.; GRICHTING 1998, 39) zu stellen. Bei einzelnen Belegen kann es sich auch um den (im Register der HRSB belegten) FaN Blumen handeln. Mit der Ausnahme von Blüemme (Raron) erscheint das Lemma nur als Bestimmungswort. Dabei ist unklar, ob Heublumen, der Heuertrag oder blühende Blumen gemeint sind; es kann sich auch einfach um hervorstechende Objekte handeln wie in Blüomustei ‘Blumenstein’ (Saas-Almagell). Die Ableitung Blüemel- oder Blüemil- auf /-EL/ / /-IL/ scheint eine Stellenangabe zu sein (‘wo es Blumen hat’). Bei Bliemischwanna ‘die blumenreiche Wanne / die Wanne des Bliemli’ (Randa) ist ein Genitiv zu einem zunächst umgelauteten und dann entrundeten Lemma, der auf einen Personennamen zurückgeht (der aber nirgends sonst belegt ist). ts Blüemuschiir ‘die Scheuer der Familie Blum’ (Mund) nimmt wohl auf den FaN Blum Bezug, der im Register der HRBS gut belegt ist. Ganz unsicher sind Blummhorn und Blummgrat; lautlich kann zwar nach dem sogenannten Brandstetterschen Gesetz (Kürzung eines Zwielautes im Mehrsilber) das Lemma Blüem- vorliegen; vielleicht handelt es sich aber auch um Plumpen (ID. 5, 103) ‘grosse Kuhglocke’ nach der Form des Gipfels.

VSNB, Bd. 1, Sp. 247

Vorkommen

bliemisch

blüe

blüemel

blüemil

blüemme

blüemu

blumen

blumigen

blumm

blüo

blüomu