Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Fiischter - Finschter

Fiischter – Finschter finster’ ist zu nhd. ‘finster, dunkel’, ahd. finstar, mhd. vinster zu stellen. Zu den Walliser Orten mit n-Schwund und Dehnung (sog. Staubsches Gesetz) siehe RÜBEL (1950, 6) und SDS (2, 126), davon abgeleitete substantivierte Formen m. und f. für ‘Dunkelheit, Finsternis’. Wdt. ist finschter, fiischter (Saastal), fiischtr (Lötschtal), fiischtär ‘finster’ belegt (ID. 1, 873; KLUGE / SEEBOLD 252011, 296; GRICHTING 1998, 78). Inhaltlich sind meist Fluren oder Gebiete gemeint, die im Schatten liegen und wenig besonnt sind.

Von den rund 60 Belegen sind die meisten attributive Adjektive zu verschiedenen Grundwörtern wie Äbnet, Bellwald, Bode, Cheer, Chrache, Fäld, Folla, Grabe, Hitta, Hof, Lamma, Schleif, Schlüecht, Schlüche, Stafel, Taal, Tiri, Tola, Twära, Wald und Wildi. Einen Sonderfall bilden die Gipfelnamen Finsteraarhorn und Finsteraarrothorn, die beide nach der finsteren Aare (im Unterschied zur lauteren Aare) benannt sind.

Eine Ableitung auf /-I/ ist in Finstri (Zermatt) und Pfischteri (Mörel) belegt; der Name wird als ‘finsteres Gebiet’ gedeutet.

Eine Ableitung auf -(L)IG m. ist Finschterlig (Reckingen), hier als ‘finstere Stelle’ gedeutet. Sie erscheint auch als Bestimmungswort in Finschterligchäle ‘die Felsrinne bei der finsteren Stelle’ und Finschterligtwära ‘die Querrinne bei der finsteren Stelle’ (beide Reckingen).

VSNB, Bd. 2, Sp. 148

Vorkommen

fiischter

fiischterri

fiischterrun

fiischteru

finschter

finschtere

finschteri

finschterli

finschterlig

finstere

finsteren

finsterrun

finstri

fischter

fünsteren

pfiischter

pfischteri