Diepi (PN)
Diepi (PN) ist ein schwer zu deutendes Lemma, das auch in erweiterten Formen vorkommt. Die Belege bilden mehrere Nester, so Diepiwaud, Diepiwaudstäfuti, Diepischlüecht und (nur auf Karte 1:10000) Diepiwaldhitta (alle Blitzingen), sowie Diepiwald (Biel) im Goms. Hier ist wohl ein PN Diepi (ev. zu ahd. Dietpold, Diebold (URNB 3, 706 f.)) anzunehmen. Ein zweites Namennest bildet sich um Diepja (Zeneggen) herum mit Diepilbrand, Diepilwier (Zeneggen, letzteres auch Törbel); vielleicht gehört auch Diebgunflu (1699, St. Niklaus) hierzu. Vermutlich dürfte Diepja auf Diepi+la zurückgehen, also die Alpe eines Diepi meinen. Das dritte Nest befindet sich in Guttet und Feschel mit Tiepermatte (1852, Feschel; 1796, Guttet) und Dieperweid (1810, Feschel; 1810, Guttet), wo eine /-ER/-Ableitung zu Diep- vorliegen könnte, also auch hier ein PN; möglich wäre auch eine Kurzform des für Salgesch belegten FaN Theobaldi, der auch als Tiepold und Diebold erscheint (AWWB 257), also Grundstücke dieser Familie. Ganz unklar sind die verbleibenden Belege: an Tippien (1676, Binn) und die Thippin (1468, Ernen). Beide Male fehlt der sonst übliche Diphthong, was mit der Schrift zusammenhängen mag. Ohne weitere Angaben lässt sich hier keine sichere Deutung geben.
VSNB, Bd. 2, Sp. 11
Vorkommen
diebgun
- Diebgunflüe St. Niklaus
dieper
- Dieperweid Guttet
- Dieperweid Feschel
diepi
- Diepischlüecht Ritzingen
- Diepiwald Biel
- Diepiwaud Ritzingen
- Diepiwaudstäfuti Ritzingen
diepil
- Diepilbrand Zeneggen
- Diepilwier Törbel
- Diepilwier Zeneggen
diepja
- Diepja Zeneggen
thippin
- Thippin Ernen
tieper
- Tiepermatte Feschel
- Tiepermatten Guttet
tippien
- Tippien Binn