Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Fenner

Fenner m. ‘Fähnrich’ ist zu schwdt. Fänner, Venner, Fänder m., mhd fenre, fener aus ahd. fanari, ‘Fähnrich, Fahnenträger’ im Wallis auch Vorsteher eines Zendens (Bezirks), wdt. Fenner, Fennär (Goms), Fänndr oder Fennr (Lötschtal), Fännr, Fännär ‘Fähnrich’ (ID. 1, 831; GRICHTING 1998, 77) zu stellen. Zum Fenner aus Staldenried siehe BRIGGER (2013, 341 ff.). In den Quellen ist das HL nicht als FaN, nur als Funktionsbezeichnung erwähnt; es kann aber als Übername oder Funktionsname für eine Familie gebraucht worden sein.

Belegt ist das HL entweder als Bestimmungswort oder im vorangestellten Genitiv. Als Bestimmungswort ist es in dr Fenderbobem ‘der Boden des Fähnrichs / der Familie Fenner’ (Wiler), der Fenderhubel ‘der Hügel des Fähnrichs / der Familie Fenner’ (Kippel, laut Gwp. veraltet) und t Fennermatta ‘die Wiese des Fähnrichs / der Familie Fenner’ (Ried-Brig) belegt.

Vorangestellte Genitive sind: in des Fenders Ried ‘im Ried des Fähnrichs’ (1770, Turtmann), ts Fendersch Waldmatta ‘die Wiese des Fähnrichts / der Familie Fenner beim Wald’ (Ferden), ts Fennersch Fach ‘das eingehegte Stück Weinberg des Fenners (laut Gwp. Funktionsbezeichnung)’ (Staldenried), ts Fennersch Hüs ‘das Haus des Fähnrichs / der Familie Fenner’ (Eyholz), ts Fennersch Schiir und Stall ‘Scheuer und Stall des Fähndrichs (Staldenriedner Fenner)’ (Staldenried). Eine erweiterte Form ist ts Fennerfrantsch Bärg ‘der Berg des Franz Fenner / des Fähnrichs Franz’ (Selkingen).

VSNB, Bd. 2, Sp. 137

Vorkommen

fender

fenders

fendersch

fenner

fennersch