Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Inner

Inner Adj. ‘inner’ ist zu schwdt. inner, inder, wdt. inner, innär ‘innen, inner; einwärts gelegen’ im Gegensatz zu usser (ID. 1, 295; LUNB 1,1,491; GRICHTING 1998, 115) zu stellen. In FlN meist in der Bedeutung taleinwärts oder -aufwärts, wobei es auf das Tal (z. B. Lötschtal) und den Benennungsort ankommt. In einigen Fällen ist inner die assimilierte Form von in + der, z. B. inner Eggu ‘in der Ecke’ (Goppisberg); manchmal lässt sich nicht entscheiden, ob das HL INNER oder die Präposition in + der gemeint ist. Typischerweise weisen Namen mit dem Adjektiv vor diesem einen Artikel auf, während die Konstruktionen mit in + der den Artikel schon enthalten.

Mit dem Adjektiv sind rund 280 Namen gebildet. Die geläufige Form ist Inner m./n.m, Innri f. (selten), der Plural ist Innre, Innru und der Obliquus davon; der Gegensatz ist als Üsser, Üssre, Üssru belegt. Im Lötschtal und auch sonst ist häufig die Form Inder m./n., Indri f., Indrä pl. und Indru obliquus ‘inner’ belegt; sie steht im Gegensatz zu Uister ‘ausser’ und seinen Formen. Selten sind Superlative vom Typ Indruscht u. Inndroscht m. / n., Indruschti f. und Innrusch n.

Die mit dem Adjektiv verbundenen Grundwörter und ihre Zusammensetzungen sind in eigenen Kapiteln behandelt.

Ein unklares Kompositum ist der Inärschtei ‘der innere Stein’ (St. Niklaus).

Unklar ist inner dum Meidhooru (Oberems), das von FLNK als hinner dum Meidhoru ‘hinter dem Meidhorn’ benannt wird. Beide Benennungen lassen sich rechtfertigen.

VSNB, Bd. 2, Sp. 538

Vorkommen

inär

inder

indrä

indren

indri

indrin

indru

indrun

indruscht

indruschti

inn(d)ru

innder

inndri

inndroscht

inndru

inner

innere

inneren

inneri

inners

innerscht

innerschtu

inneru

innre

innren

innri

innru

innruscht

inru

intern