Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Engel

Engel ist zu schwdt. Engel m. wie nhd. (ID. 1, 332; GRICHTING 1998, 66 s. v. Engl) zu stellen. Das Lemma ist nur als Bestimmungswort oder Adjektiv belegt. Als Bestimmungswort erscheint es in Engelhiischi ‘das Engelhaus’ (Zermatt), wo die Motivation unklar ist, und in Engelsiessistei ‘der Stein mit Engelsüsse (Pflanzenname). Der gemeine Tüpfelfarn, POLYPODIUM VULGARE L. (LAUBER / WAGNER / GYGAX (52014, 83)) wird wegen dem süssen Geschmack der Wurzel auch Engelsüess bzw. -siess m./n., genannt (MARZELL 1977, 3, 945 ff.). Zu Engelsüss schreibt MARZELL (1977, 3, 947) „wohl deswegen, weil dieser Farn als Heilpflanze wegen seiner wohltuenden Wirkung den Menschen gewissermassen von den Engeln gewiesen wurde“.

Das Adjektiv Englisch ist von Engel und nicht von der englischen Sprache abgeleitet (ID. 1, 335). Der Englische Gruss sind die Grussworte des Erzengels Gabriel an die Jungfrau Maria bei der Verkündung der Geburt Jesus Christus (LEXIKON FÜR THEOLOGIE UND KIRCHE 1995, 3, 673). Dieser Name ist als der Englisch Grüess (mit Varianten) in Baltschieder, Binn, Bürchen, Glis und Visp belegt. Das Beten des Englisch Grüess (Ave Maria) gehörte zu den Alltagspflichten der Gläubigen. Änglischhof (Turtmann) ist wohl ein den Engeln geweihter Hof in der Nähe der Kirche in Turtmann.

In Enguschlamma (LT Engelslamme), einem senkrechten Felsen am Aletschgletscher in Fieschertal (mit /l/- Vokalisierung), ist die Motivation unklar. Es könnte sich um einen FaN handeln; er ist jedoch für das Oberwallis sonst nicht belegt.

VSNB, Bd. 2, Sp. 69

Vorkommen

änglisch

engel

englisch (Engel)

englische

engusch