Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Biel

Biel m. ‘Hügel’ ist ein sehr häufiges HL (rund 970 Belege), das zu schwdt. Bühel, Büchel, Büel m. ‘(kleine) Erhöhung überhaupt; Erdhaufe; Hügel, Anhöhe (etwas länglicher, fast horizontal fortlaufender Hügel)’, ahd. buhil, mhd. bühel und wdt. Biel, Biäl ‘Hügel’ (ID. 4, 1094 ff.; ZINSLI 1945, 314; GRICHTING 1998, 36) zu stellen ist.

Das Simplex im Singular ist lebend als dr Biäl (Ferden), ufem Biäl (Ferden), uffem Biäl (Blatten) im Lötschental belegt. der Biel (25 Belege) kommt im ganzen Oberwallis vor, Präpositionen wie am Biel (Embd, Saas-Fee), hinner dem Biel (Grächen, Stalden), im Biel (Bitsch, Hohtenn), uf dum Biel (St. Niklaus), üfem Biel (Obergesteln), ufem Biel (Baltschieder, Oberwald, Wiler), ufum Biel (Zwischbergen und acht weitere Gemeinden), uf ts Biel (Leukerbad, mit neutralem Genus), unner dum Biel (Saas-Fee), zem Biel (Grengiols), zum Biel (Betten, Zermatt) sind belegt, bei ufum Biǝel (Staldenried) liegt wohl ein Versehen vor. Mit Vokalisierung von /l/ zu /u/ finden sich Bieu (Biel, Gemeindename), der Bieu (Fieschertal und sieben weitere Belege im unteren Goms), am Bieu (Mühlebach), im Bieu (Bellwald, zweimal), ufem Bieu (Binn). Historische Belege werden aus Platzgründen nicht wiedergegeben; die /l/- Vokalisierung fehlt dort jedoch. Die Entrundung wird ab den letzten zwei Jahrzehnten des 15. Jahrhunderts spürbar; der älteste Beleg scheint 1482 vff dem Biel (Ernen) zu sein, das als dt. Übersetzung von lat. super crista (sic!) gegeben wird (sofern es sich um ein Original handelt). Seltsam ist ein Beleg für den Gemeindenamen Biel als Bielle (12. Jh.), das in AWWB (31) genannt wird.

Ein feminines Simplex im Singular t Biela (Blitzingen, Fieschertal, Lax, Naters, Termen) und t Biele (Biel), wurde aus dem Plural t Biela oder t Biele ‘die Hügel’ reanalysiert; in einigen Fällen ist die Form in Bezug auf Singular oder Plural unklar. Mit Präpositionen erscheinen Hinder der Biele (Fieschertal). Unsicher ist der Beleg Bielu (Oberems); die ältesten Belege von 1328 haben Biela und Biola ‘Birke’, ab 1636 wird jn den Bielen usw. verwendet, Bielen steht auch auf LT. Wenn die Erstbelege wirklich den gleichen Ort meinen, wurde ein rom. Biola ‘Birke’ (BOSSARD / CHAVAN 2006, 171 f.) als Bielu ‘bei den Hügeln’ reanalysiert und als Plural verstanden.

Lebende Simplizia im Plural sind di Biäla (Gampel), di Biela (Ausserberg, Niedergesteln, Ried-Brig, Simplon, Törbel, Visperterminen, Zermatt), Biela (FLNK, Visp), Biele (FLNK, Eisten; FLNK Saas-Balen; FLNK, Saas-Fee), di Biele (Oberems, zweimal; Randa; St. Niklaus), t Biele (Fieschertal, Reckingen, Saas-Almagell), Bielä (FLNK, Leuk), mit Präpositionen bine Biele (Geschinen), ine Biele (Münster), uf de Biele (Grengiols, Selkingen), üf de Biele (Obergesteln), ine Bielu (Saas-Fee, Visperterminen), unner de Bielu (Saas-Almagell), ts Bielu (Törbel, historisch als Plural de Buelen (1303), ze Bveln (1304)) und ze Biele (Binn). Historische Belege sind an dien Buͤlen (1388, Täsch), an den Bielenn (1584, Niederwald), auff / in den Bielen (1649 u. später, Guttet), in den Bielen (1778, Oberwald), hinder den Bielen (1749 u. später, Bellwald), zen Bielen (1425, Eggerberg).

Das Simplex Singular im Diminutiv ist als Bielti (FLNK, Bürchen; FLNK, Eischoll; FLNK, Grengiols; FLNK, Naters; FLNK, Ried-Brig; FLNK, Saas-Grund), ts Bielti (Brig, Eggerberg, Grächen, Raron (dreimal), Simplon (dreimal), Stalden, Visperterminen (zweimal), Zeneggen, Zermatt (zweimal), Zwischbergen (zweimal)), Bieuti (FLNK, Ernen) und mit Präpositionen hinnerm Bieuti (Ernen), ufem Bielti (Goppisberg), ufem Bieuti (Niederwald) belegt. Auch hier kommen historische Formen hinzu, die aus Platzgründen nicht angeführt werden.

Das Simplex Plural im Diminutiv ist als Bieltini (FLNK, Törbel; FLNK, Zermatt), di Bieltini (Ausserberg, Baltschieder, Glis, Naters, Täsch, Zwischbergen), t Bieltini (Grengiols, Ried-Mörel), t Bieutini (Binn, Fieschertal (zweimal)) und mit Präpositionen uf de Bieltine (Fiesch), ze Bieltinu (Betten) belegt; historische Belege sind hier nicht aufgeführt.

Mit attributiven Adjektiven oder Partizipien zum HL als Grundwort sind belegt: aŭf den Ändren Bielen ‘auf den jenseitigten Hügeln’ (1847, Eyholz), der Friä Biäl ‘der frühe Hügel (wohl: früh blühend)’ (Steg), Geenubiel ‘der steile Hügel’ (FLNK, Bürchen) (die historischen Belege haben 1655 am Gänien Biell, 1688 am Gehenden Biell, 1798 aúf dem gehnden Biell, 1825 an dem gehenden Biell; zu Grunde liegt aber wohl schwdt. gāch ‘jäh, steil’ und wdt. gää, gee ‘steil’ (ID. 2, 99 f.; GRICHTING 1998, 83)), (lat.: superius) den Gemeinen Biel ‘oberhalb an den Hügel, der der Gemeinde gehört’ (1689, Embd), di Griänun Biäla ‘die grünen Hügel’ (Blatten), beim Grossen Beil (Biel?) ‘beim grossen Hügel’ (1623, Münster, Lesung unsicher), der Gross Biel ‘der grosse Hügel’ (Stalden), der Gros Biell ‘der grosse Hügel’ (1626, Ernen), zem Grozen Buele ‘beim grossen Hügel’ (1307, Grächen), an den Grossen Bülen ‘an den grossen Hügeln’ (1630 u. später, Brig), der Hee Biel ‘der hohe Hügel’ (Raron), Heidnisch Biel ‘der heidnische Hügel (wo die vorgeschichtliche Bevölkerung wohnte)’ (Ergisch), an den / hinder dem Höchen Biell ‘an den / hinter dem hohen Hügel’ (1619 u. später, Ulrichen), Hibsch Bielti ‘der hübsche kleine Hügel’ (FLNK, Grächen), Hindern Biälun ‘die hinteren Hügel / hinter den Hügeln’ (Ferden, unklar), Hinner Biela ‘die hinteren Hügel’ (FLNK, Fieschertal), uffem Holtzenen Biel ‘auf dem Hügel beim Gebiet Holz (Wald)’ (1629, Baltschieder), aúffum Huppenden Biell ‘auf dem sich rundenden Hügel’ (1630, Ausserberg; vgl. HL HUPP), der Inder Biel ‘der innere Hügel (von Kippel aus gesehen)’ (Kippel), t Indru Biele ‘die inneren Hügel’ (Simplon), dr Chaalt Biel ‘der kalte Hügel’ (Zermatt), ts Chlei Bielti ‘der kleine Hügel’ (Naters; Stalden, FLNK Bielti), das Klein Buͤltin ‘der kleine Hügel’ (1531, Ernen), der Leng Biel ‘der lange Hügel’ (Oberwald), den Lengen Buͤl ‘den langen Hügel’ (1519, Törbel, Akkusativ kostruktionsbedingt), vff dem Michel Buͤl ‘auf dem grossen Hügel / auf dem Hügel des Michael’ (1477, Bürchen, vgl. HL MICHAEL), Mitti Bielti ‘der in der Mitte (der Wiesen) liegende kleine Hügel’ (Visperterminen), in den Mosinen Bieltinen ‘auf den kleinen Hügeln im Bereich Moos (Weiler von Naters?)’ (1796, Naters), aúffm Nidren Biel ‘auf dem niedrigen (oder unteren) Hügel’ (1729, Mund), Nidresten Buͤla ‘der unterste Teil des Hügels (Singular Feminin aus Plural Maskulin reanalysiert)’ (1376, Brig), der Ober Biel ‘der obere Hügel’ (Embd, Ergisch, Zermatt), im Obren Biel ‘im oberen Hügel’ (1852, Glis), (lat.:) Superior Bul ‘der obere Hügel’ (1388, Brigerbad), t Ober und t Unner Biela ‘der obere und der untere Hügel’ (Brig) und weitere Belege zu Ober Biel und ähnlich, ts Briischtig Bielti ‘der kleine, ungewässerte, verbrannte Hügel’ (Törbel), an den Blinden Biel ‘an den blinden Hügel (von dem aus man nichts sieht?)’ (1619, Fiesch), aúff den Blossen Bielen ‘auf den unbewachsenen Hügeln’ (1694 u. später, Ausserberg), am Bsangtŭn Biel ‘am versengten Hügel’ (1587, Ried-Mörel), der Rot Biel ‘der rote Hügel’ (Eisten, zweimal), vom Rothen Buͤl ‘vom roten Hügel (unklarer Beleg mit unsicherer Lesung)’ (1469, Mund), t Rotu Biele ‘die roten Hügel’ (St. Niklaus), Rotu Biele ‘die roten Hügel’ (FLNK, Saas-Almagell), der Schee Biel ‘der schöne Hügel’ (Raron) und rund dreissig Belege mit teilweise anderer Form wie der Scheen Biel, auch Plurale und schriftlich Schönbiel (FLNK, Betten), der Spitz Biel ‘der spitze Hügel’ (Binn, Bürchen, Ergisch, Turtmann), im Spitzu Biel (Visperterminen) und historische Belege, der Steinig Biel ‘der steinige Hügel’ (Täsch), der Dirr Biel ‘der dürre Hügel’ (Zermatt), zum Dirre Biel ‘beim dürren Hügel’ (Zermatt), ts Titsch Bielti ‘der kleine, klotzartige Hügel’ (Naters), dr Uister Biäl ‘der äussere Hügel (von Kippel aus gesehen)’ (Kippel), vff den Undresten Biel ‘auf den untersten Hügel’ (1532, Reckingen), t Undru Bieltini ‘die unteren kleinen Hügel’ (Baltschieder), t Undrun Bielä ‘die unteren Hügel’ (Ferden, zweimal), der Unner Biel ‘der untere Hügel’ (Ergisch) und historische Belege, unner dum Biel ‘unter dem Hügel’ (Visperterminen), t Unner Biela ‘der untere Teil des Gebietes Biele (Hügel) (Singular Feminin aus Plural Maskulin reanalysiert)’ (Fieschertal) und mehrere andere, ts Unner Bielti ‘der untere kleine Hügel’ (Raron, Visperterminen), dr Unner Bieu ‘der untere Teil des Gebietes Biel (Hügel)’ (Binn) und viele andere, ts Üsser Bielti ‘der äussere kleine Hügel’ (Visperterminen), in dien Vssren Bula ‘in den äusseren Hügeln’ (1376, Brig), am Wÿsbuͦl ‘am weissen Hügel’ (kann aber auch wie andere solche Formen zum HL WISPIL gehören), t Witu Biela ‘die weiten Hügel’ (Grächen). Komplexer ist der Hei Hobiel ‘der hohe Hochhügel’ (Oberwald).

Mit vorangestellten Genitiven von Besitzern oder Nutzern erscheinen Arnollds Büell ‘der Hügel der Familie Arnold / des Arnold’ (1525 Simplon), an dem Eberaczbuele ‘am Hügel des Eberacz (ev. Eberhart)’ (1310, Stalden), vff Enginero Biel ‘auf den Hügel der Familie Enginer’ (1610, Eggerberg), Fischerschbiel ‘der Hügel der Familie Fischer’ (Ausserberg), Froonibiel ‘der Hügel des Herrn (?)’ (FLNK, Birgisch; 1504 Fronenbuͤl, 1577 Froni Buͤl, 1725 im Froni Biell), am Gabmigerbieu ‘am Hügel der Leute von Gadmen’ (Blitzingen), Gräfibiel ‘der Hügel der Gräfin (Adelstitel)’ (FLNK, Visp), ts Gämscherlisch Biel ‘der Hügel der kleinen Gemse’ (Mund), Hanften Biellen ‘die Hügel des Hanft / die Hügel mit Hanf (unklar)’ (Oberems), t Hanschbieutini ‘die kleinen Hügel des Hans / beim Balzplatz des (Auer)Hahns’ (Bellwald), Hartmans Bÿell ‘der Hügel des Hartmann (PN oder FaN)’ (1553, Visperterminen), t Hegdornerbiela ‘der Hügel beim Weiler Hegdorn (Singular Feminin aus Plural Maskulin reanalysiert)’ (Naters), Heinigobiel ‘der Hügel der Familie Heinen’ (Ausserberg), ts Heinzebieuti ‘der kleine Hügel des Heinz / der Familie Heinzen’ (Gluringen), auf dem Heisen Bielty ‘auf dem kleinen Hügel des Hans’ (1780, Selkingen), ts Hersch Biel ‘der Hügel des (Pfarr-)Herrn’ (Visperterminen), Heymansbůl ‘der Hügel des Heyman’ (1347 u. später, Naters), dem Heynen Bůl ‘der Hügel des Hein / der Familie Heinen’ (1527, Naters; Dativ konstruktionsbedingt), Hÿlprandts Biela ‘der Hügel des Hiltbrand / der Familie Hiltbrand’ (1570 u. später, Brig; ähnlich 1564, Glis und 1630 Ried-Brig), der Hirtsbieu ‘(wohl) der Hügel, wo es Hirsche gibt’ (Selkingen; Gwp. meint eher HL HIRT), Häischbiele ‘die Hügel des Hans’ (FLNK, Termen; ev. auch ‘des Hahns’), Höischbiel ‘der Ort, wo die Auerhähne ihr Balzspiel aufführen’ (FLNK, Randa; LT Häüschbiel, ev. auch ‘des Hans’), ts Höupmisch Biel ‘der Hügel des Hauptmanns (oder der Familie Hauptmann)’ (Grengiols), Hüotersch Biel ‘der Hügel der Familie Hutter / Hüeter’ (Naters), der Jauschbiel ‘der Hügel des Jan (Johnannes)’ (Ausserberg), ob des Castlans Biel ‘ob dem Hügel des Kastlans’ (1644, Visperterminen), auf Kempfen Bielen ‘auf dem Hügel der Familie Kämpfen’ (1772, Naters), der Chindobiel ‘der Hügel der Kinder’ (Ausserberg), jn Leigginero Biell ‘der Hügel der Bewohner von Leiggern / der Familie Leiggener’ (Raron), auf Lochero Biel ‘auf dem Hügel der Familie Locher’ (1828, Raron), auff Lochers Biell ‘auf dem Hügel der Familie Locher’ (1635 u. später, Bürchen), Maners Biell ‘der Hügel der Leute von St. German’ (1693, Raron), ts Martischbiel ‘der Hügel der Familie Marti / des Martin’ (Ried-Mörel), ts Martischbiäl ‘der Hügel des Martin / der Familie Marti’ (Kippel), Melkenbiel ‘der Hügel des Melchior (?)’ (FLNK, Wiler), in Metschisch Biel ‘der Hügel der Familie Metz’ (1737 u. später, Mund), ts Nässisch Biel ‘(vermutlich) der Hügel des Nässi / bei einer nassen Stelle (?)’ (Mund), (lat.: super) Bacharo Bůlen ‘der Hügel der Familie Bacher / der Leute vom Gebiet Bach’ (1390 u. später, Ried-Brig), aúff Bacherro Biela ‘auf dem Hügel der Leute vom Bach / der Familie Bacher’ (1713, Brig), Bammatterschbielti ‘der kleine Hügel der Familie Bammatter’ (FLNK, Naters), Pfaffebiel ‘der Hügel des Pfarrers / der Familie Pfaffen’ (FLNK, Selkingen), Biinnerrobiel ‘der Hügel der Familie Binder? (Ausserberg), Birchen Biell ‘der Gügel bei der Flur Birken’ (1711 u. später, Mörel), an dem Blanspuele ‘an dem Biel (Hügel) der Familie Blantschen (siehe aber auch: Blaaschbiel)’ (1302, Raron), auf Rothigo Biell ‘auf dem Hügel der Familie Roten / der Leute des Roten’ (1686 u. später, Stalden), Rubitschibiel ‘der Hügel der Familie Rubin (?)’ (Agarn), Schlechters Bůl ‘der Hügel der Familie Schlechter’ (1531, Ernen), am Seúisbiell ‘(unklar) am Hügel beim kleinen See (ev. Seewji)’ (1717, Eggerberg) (klarer Genitiv, aber unklare Deutung), am Sperwers Bůll ‘am Hügel des Sperbers / (der Familie Sperber)’ (Naters), Steffans Bůla ‘der Hügel (Singular Feminin aus Plural Maskulin reanalysiert) des Stefan’ (1630, Brig), ze Stephans Buele ‘beim Hügel des Stefan’ (1301 u. später, Visperterminen), Tomischbieu ‘der Hügel des Tomi (Thomas, PN)’ (Binn), Tschampigen Bieltin ‘der kleine Hügel auf der Alp Tschampigen / der Familie Tschampen’ (1629, Binn), am Walpper Biel ‘am Hügel der Familie Walpen’ (1564, Guttet), Walscher Bielen ‘(unklar) die Hügel der Familie Walscher / der Welschen’ (1756, Ulrichen), der Walthers Bůl ‘der Hügel des Walter / der Familie Walter’ (1462, Mund), zWalters Bielen ‘der Hügel des Walter / der Familie Walter’ (1740, Aussserberg), Wissigobiel ‘der Hügel der Familie Weissen’ (Ausserberg), Äbnetschbiel ‘der zum ebenen Land (Äbnet) gehörende Hügel’ (Embd). Komplexere Konstruktionen sind etwa: der Fiescher Wartbieu ‘der Hügel mit Aussicht, der zu Fiesch gehört’ (Fiesch), hinder Graberen Wartbiel ‘hinter dem Hügel mit Aussicht der Familie Graber’ (Fiesch), uf Haneggschbieu ‘auf dem Hügel der zur Hanegg gehört (unklar)’ (Bellwald), uf Lüsgeru Schenu Biel ‘auf dem schönen Hügel der Alp Lüsgera (Aussicht)’ (LT u. FLNK, Naters), in den Neŭen Gliser Grŭndbieleÿen ‘die neue Aue in den Grundbielen (Hügeln im Grund) von Glis’ (1858, Glis), Wäuschige Voder Brunnebieu ‘der vordere Teil des Gebietes Brunnebiel der Familie Welschen’ (Binn).

Als Grundwort tritt das HL in zweigliedrigen Komposita sehr häufig auf. Dabei sind die Typen Scheebiel ‘Schönbühl’ (siehe schon oben) und Hobiel ‘Hochbühl’, belegt als der Hobiel (Ried-Brig und rund 10 weitere Belege), t Hobiele ‘die hohen Hügel’ (Leuk), ts Hobielti ‘der kleine hohe Hügel’ (Eggerberg), sowie den komplexeren der Hohbiellacher ‘der Acker beim hohen Hügel’ (1663, Visperterminen), der Hobielustafel ‘der Stafel der hohen Hügel’ (Simplon), der Hobielwier ‘der Weiher im Bereich Hobiel (hoher Hügel)’ (Visperterminen), t Hobielwildi ‘das unfruchtbare Gebiet beim hohen Hügel’ (Brigerbad), Hohbielplatten ‘die Felsplatten im Bereich Hobiel (hoher Hügel)’ (SK, Mund) besonders häufig vertreten. Vermutlich ein Verschreiber liegt vor in Hohle Bielen ‘die hohlen Hügel’ (LT, Zermatt), obwohl es an einem anderen Ort in Zermatt t Hole Biele ‘die Hügel mit Höhlungen’ gibt. Generell können die Typen Adjektiv +Grundwort und Attribut+Nomen nur in flektieren Formen sicher unterschieden werden: erstere weisen das Adjektiv immer in der gleichen Form auf, letztere verändern es in obliquen Formen. Weitere Konstruktionen mit einem Adjektiv als Bestimmungswort sind: zen Galbuele ‘(unklar, wohl zu Galt?) der unfruchtbare Hügel’ (1320, Glis), apud Galbulen ‘(unklar, wohl zu Galt?) der unfruchtbare Hügel’ (1391, Baltschieder), aúff dem Gmeinbiell ‘auf dem Hügel, der der Gemeinde gehört’ (1683, Bürchen), der Heidnischbiel ‘der heidnische Hügel (wo die vorgeschichtliche Bevölkerung wohnte)’ (Raron), Lägundbiel ‘der leicht ansteigende Hügel’ (FLNK, Staldenried), Plozenbuele ‘bei dem unbewachsenen Hügel’ (1300, Baltschieder), am Wÿsbuͦl ‘am weissen Hügel’ (1507, Bürchen), am Wyspuel ‘am weissen Hügel’ (1509, Turtmann), der Üsbiel ‘der äussere Hügel’ (Randa) (unklar, ob Üs als Adjektiv oder als Verbpartikel zu verstehen ist).

Mit Pflanzennamen belegt sind folgende zweigliedrigen Komposita: t Erlbielä ‘die Hügel im Gebiet Erlä (wo Erlen wachsen)’ (Blatten), aúf dem Faxbiel ‘auf dem Hügel, wo es Borstengras hat’ (1755, Simplon), der Hamfbieu ‘der Hügel, wo Hanf angebaut wurde’ (Mühlebach), im Hanfbiel ‘der Hügel, bei dem Hanf angebaut wurde’ (1743, Niederwald), unter dem Hanfbiel ‘unter dem Hügel im Gebiet, wo Hanf angebaut wurde’ (1849, Ernen), der Heitbiel ‘der Hügel mit Heidelbeersträuchern (lat. Übersetzung meint Heiden (pagani)’ (Simplon), der Heitebiel ‘der Hügel mit den Heidelbeersträuchern’ (Grengiols), Heitebieu ‘der Hügel mit Heidelbeersträuchern’ (Binn, zweimal), aúff den Heyten Biell ‘auf den Hügel mit Heidelbeersträuchern’ (1734, Selkingen), am Holderbÿel ‘am Hügel mit vielen Holunderstauden)’ (1635 u. später, Saas-Grund), am Holderbiell ‘am Hügel mit vielen Holunderstauden’ (1531 u. später, Stalden), der Hollerbiel ‘der Hügel mit vielen Holunderstauden’ (Saas-Balen), aúf Lerchibiel ‘auf dem Hügel beim Lärchengehölz’ (1765, Stalden), Birchbiel ‘der Hügel mit Birkengehölz’ (Ausserberg) Birchen Biell ‘der Hügel bei der Flur Birken’ (1711 u. später, Mörel), am Birchenbiel ‘am Hügel im Bereich Birchi (Birkengehölz)’ (1573, Naters), Burchenbul ‘am Hügel bei der Flur Birken (das Birkengehölz)’ (1389 u. später, Bitsch), Roggenbiell ‘der Hügel, wo Roggen angepflanzt wurde’ (1469, Mund), Ronbůl ‘der Hügel, bei dem es Baumstücke hat’ (1396, Unterbäch), der Sefibiel ‘der Hügel mit Sefinen (Juniperus sabina)’ (Ausserberg), der Tambiel ‘der Hügel im Gebiet Tann (Tannengehölz)’ (Zermatt), der Tanbiel ‘der Hügel beim Tannengehölz’ (Glis), der Tannbiel ‘der Hügel beim Tannengehölz’ (Simplon), Thanbiell ‘der Hügel im Bereich Tann (Tannengehölz)’ (1677 u. später, Oberems; Beleg von 1589 im Then Bÿel wohl nicht; zwei weitere Belege in Naters (17??) und Visperterminen (1519 u. später)), der Tischterbiel ‘der Hügel im Gebiet der Dischtera (Gebiet mit vielen Disteln)’ (Ausserberg), Waldbuel ‘der Hügel beim / im Wald’ (1596, Ulrichen), Waldbielti ‘der kleine Hügel im / beim Wald’ (FLNK, Ulrichen).

Mit Tiernamen sind folgende zweigliedrigen Komposita belegt: Eschelbielti ‘der kleine Hügel, wo Esel weiden / der einem Esel gleicht’ (FLNK, Zermatt), dem Fúx Biel ‘der Hügel der Familie Fux / wo es Füchse hat’ (1895, Embd; Dativ konstruktionsbedingt), dr Fuggsbiäl ‘der Hügel, wo es Füchse hat / ev. der Hügel der Familie Fux’ (Wiler), an den Guoch Bielen ‘an den Kuckucks-Hügeln’ (sofern ‘guoch’ für ‘gouch’, Lesung guoch bestätigt) (1309, Niedergesteln), der Chalberbiel ‘der Hügel, wo die Kälber weiden’ (Ausserberg), t Kiebiela ‘die Hügel, auf denen Kühe geweidet werden’ (Ried-Brig; FLNK Chüobiela), ts Chräijubiel ‘beim Hügel mit Krähen’ (Ried-Brig), z Kraͤyenbuell ‘beim Hügel mit Krähen’ (1557, Mund), ts Murmetebieuti ‘der kleine Hügel mit Murmeltieren’ (Ritzingen) und das mehrgliedrige Murmdlochbiel ‘der Hügel beim Gebiet Murmdloch (Murmeltierloch)’ (FLNK, Wiler), t Murmoltbiela ‘die Hügel mit Murmeltieren’ (Ried-Brig), t Oggsobiela ‘die Hügel, wo man die Ochsen weidet’ (Visperterminen; kann laut Gwp. auch zu Oggsoläger ‘die Ruhestätte für die Ochsen’ gestellt werden), der Bockbiel ‘der Hügel, wo man (Gems-)Böcke sieht’ (Reckingen), der Bockbiel ‘der Hügel, wo es Gämsböcke hat (laut Gwp.)’ (Täsch), Raazubiel ‘der Hügel, wo es Haselmäuse hat’ (Eischoll), der Rinderbiel ‘der Hügel, wo Rinder weideten’ (Glis), ts (e)Rinderbielti ‘der kleine Hügel, wo Rinder weideten’ (Hohtenn), t (e)Rinnerbieltini ‘die kleinen Hügel, wo die Rinder weideten’ (Simplon), der Rinnerbieu ‘der Hügel, wo die Rinder weideten’ (Binn), der Rossbiel ‘der Hügel beim Rossbode’ (Reckingen), der Rosbuͤl ‘der Hügel bei den Rossweiden / der aussieht wie ein Pferd’ (1527 u. später, Naters), ts Rossbielti ‘der kleine Hügel beim Rossboden / wo Pferde weideten’ (Münster), Schlangebiel ‘der Hügel mit Schlangen’ (FLNK, Blitzingen), der Wolfbiel ‘der Hügel mit Wölfen’ (Hohtenn) (auch Ausserberg, Niedergesteln und Raron (nur historisch), Steg (nur historisch), nicht gleicher Ort).

Bei den übrigen, sehr zahlreichen Komposita erscheint als Bestimmungswort meistens der Name einer naheliegenden Flur; auf Beispiele verzichten wir hier. Hingegen ist der Typ der Fasnachtbiel (Törbel; historisch auch Ausserberg, Raron und Unterbäch) wohl durch ein Fasnachtsfeuer auf einem Hügel zu erklären. Unklar ist der Typ der Grimbieu (Ernen) vs. der Grundbiel (Saas-Fee), beide sind auch mehrfach historisch und an anderen Orten belegt. Ersterer kann zum HL GRIND ‘Kopf’, letzterer zum HL GRUND ‘Talboden’ gestellt werden, wobei in Belegen nach 1500 Grind auch entrundeter Plural zu Gründ sein kann. In beiden Fällen kann mit Assimilation auch Grimpiel oder Grumpiel erscheinen. Die Belege sind sehr komplex und werden unter den HLL GRIND und GRUND diskutiert. Weiter sind die Namen im Chilchbiel ‘im Kirchenhügel (der zum Kirchengut gehört?)’ (Münster), der Chirchebiel ‘der zum Kirchengut gehörende Hügel’ (Bister), am Kirchen Biell ‘am zum Kirchgengut gehörenden Hügel’ (1679, Mörel), Chiuchebiel ‘der zum Kirchengut gehörende Hügel’ (Binn) entweder als Ort, wo die Kirche steht, oder als Hügel, der zum Kirchengut gehört, zu verstehen. Eine weiteren Typ präsentiert ts Liechtbiel ‘der helle Hügel’ (Stalden), zem Lÿechtbÿel ‘beim hellen Hügel’ (1538, Saastal), zem Lÿechtbüell ‘zum hellen Hügel’ (1545, Eyholz), Liekbuele ‘(zum) hellen Hügel’ (1306 u. später, Grächen), zem Liechtbuͤl ‘beim hellen Hügel’ (1465, Eisten) und mehrere komplexere Formen zum HL LIECHT zu stellen, das hier als Adj. zu verstehen ist. Auf weitere zweigliedrige Komposita mit dem HL als Grundwort gehen wir hier nicht ein.

Komplexere Konstruktionen (sofern nicht schon erwähnt) sind etwa der Fiescher Wartbieu ‘der Hügel mit Aussicht, der zu Fiesch gehört’ (Fiesch), hinder Graberen Wartbiel ‘hinter dem Hügel mit Aussicht der Familie Graber’ (1735, Fiesch), uf Haneggschbieu ‘auf dem Hügel der zur Hanegg gehört (unklar)’ (Bellwald), t Hinnere Scheene Biela ‘der hinter (taleinwärts liegende) Teil der schönen Hügel (Schafalpe)’ (Fieschertal), der Holöwwibiel ‘der Hügel im Bereich der Holöwwi’ (Reckingen), der Hostadulbiel ‘der Hügel beim Hostadel (der hohe Stadel)’ (Grächen), der Huismattubiel ‘der Hügel bei der Hauswiese’ (Simplon), im Kleinen Kastenbiell ‘der kleine Hügel im Gebiet Kasten’ (1744, Biel), Lüsgeru Scheenu Biel ‘auf dem schönen Hügel der Alp Lüsgera (Aussicht)’ (Naters), der Ober Brunnebieu ‘der obere Teil des Gebietes Brunnenbiel’ (Binn) und mehrere weitere Namen mit Ober, der Tschampigebrunnebieu ‘der Hügel der Quelle / des Brunnens der Familie Tschampen’ (Binn), wobei Tschampige eine Alpe im Binntal ist, der Unner Brunnebieu ‘der untere Teil des Gebietes Brunnenbiel’ (Binn) und mehrere weitere Namen mit Unner, t Vodre Scheene Biela ‘der vordere (talauswärts liegende) Teil der schönen Hügel (Schafalpe)’ (Fieschertal), der Wiler Wartbieu ‘der Hügel mit Aussicht auf die Wileralpe’ (Fiesch), Wäuschige Voder Brunnebiel ‘der vordere Teil des Gebietes Brunnenbiel der Familie Welschen’ (Binn), wobei Wäuschige eine Alp im Binntal ist, und Tsantmärjelebieu ‘der Hügel der Heiligen Maria’ (Binn).

Als Bestimmungswort kommt das HL in zweigliedrigen Komposita mit folgenden Grundwörtern vor: Acher, Bach, Blatta, Bodu, Brigga, Brunnu, Chi, Chnubel, Chumma, Flüö, Gartu, Gassa, Grabu, Haalta, Hubel, Kapälla, Löuwina, Matta, Pärgola, Rüüs, Schiir, Schleif, Schnitta, Stadel, Steg, Sunna, Suon, Tiri, Tola, Tschugge, Wald, Weid, Wier und Zug.

Komplexere Konstruktionen sind etwa: Fiirbieltschuggo ‘der Fels beim hervorstehenden Hügel (heute Strasse?)’ (FLNK, Embd), t Fischbiältreichi ‘die Tränke beim Fischbiäl (Hügel in Fischform?)’ (Wiler) und t Fischbielweidä ‘die Weiden beim Fischbiäl (Hügel in Fischform?)’ (Wiler), ts Fronibielställi ‘der kleine Stall beim Fronibiel’ (Birgisch), der Greechbielspitz ‘das spitze Waldstück beim Gräächbiel (Hügel, der zu Grächen gehört)’ (St. Niklaus), der Gross Biälschleif ‘der grosse Schleif im Gebiet Biela (die Hügel)’ (Gampel) und weitere.

Einen Sonderfall bieten Flurnamen mit mehreren syntaktischen Gliedern wie der Acher zem Buͤl ‘der Acker beim Hügel’ (1468, Geschinen), bis in die Liecht Biel Ruffinen ‘bis in das Rutschgebiet bei der Flur Liechtbiel’ (1740, Stalden), in den Neuen Gliser Grŭndbieleÿen ‘in den neuen Auen in den Grundbielen (Hügeln im Grund) von Glis’ (1858, Glis), üf de Biele am Rotte ‘auf den Hügeln am Rotten’ (Obergesteln), Bielä bim Chrizhubil ‘die Hügel beim Kreuzhubel’ (FLNK, Turtmann).

Eine Ableitung zum früheren Gemeindenamen Biel ist Bieliger (wörtlich ‘zu den Leuten von Biel gehörend’), das nur als Bestimmungswort mit den Grundwörtern Biina, Bäärg, Bleiwen, Bodu, Chäller, Eie, Fura, Haalta, Licka, Matta und Tal auftritt.

Weiter erscheinen als Ableitungen die FaN Bieler (cf. HL BIELER (FAN)) und Bieliger (cf. HL BIELIGER (FAN)).

VSNB, Bd. 1, Sp. 197

Vorkommen

biäl

biäla

biälti

biälun

biel

biela

bielä

biela

bielä

biela

biele

bielen

bieler

bieleri

bielerra

bieliger

biell

biellen

bielte

bielti

bieltin

bieltine

bieltinen

bieltini

bieltinu

bielty

bielu

bieu

bieuti

bieutini

büehl

büehliger

büel

buelen

buellerro

bueltin

bül

bul

büolo

buyle

byelen

piel