Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Blachten

Blachten ist zu schwdt. Blacken, Blaggen, Placken, Plaggen, Blackten, Blaggten, Blachten, wdt. Blakka, Blachtä (Goms), Blakku f. (meist geschlechtsloser Pl.) ‘jedes Pflanzenblatt; grosses, breites, mastiges Pflanzenblatt (nicht von Baumoder Blumenblättern); grosse Unkrautblätter im Allgemeinen; von Huflattich, Ampfer, Pestilenzwurz’ (auch im Wallis bezeugt) zu stellen. Die Blacken wuchern bes. in dem fetten Grunde um die Bergställe herum, die Blätter werden zerhackt und dienen für die Schweinemast, ahd. *blatacha, bleticha, bletacha, mhd. blat(e)che, blet(e)che (ID. 5, 54 f.; BENB 1, 4, 360; GRICHTING 1998, 38).

Belegt ist zweimal das neutrale ts Black ‘der Ort, wo Blacken wachsen’ (Eischoll, Naters). Das Simplex im Plural ist ts Blackä ‘die Blacken (wo Blacken wachsen)’ (Blatten, Ferden) und Blackä ‘der Ort (auf der Alpe), wo Blacken wachsen’ (FLNK, Agarn), sowie di Blacke ‘der Ort, wo Blacken wachsen’ (Leuk). Daneben gibt es Diminutive wie Blackji ‘das kleine Gebiet, wo Blacken wachsen’ (FLNK, Eischoll) und Plächti ‘das kleine Gebiet, Blacken wachsen’ (Varen). Eine Ableitung auf /-ERNA/- ERA/ (Stellenbezeichnung: ‘wo es Blacken hat’) ist in di Blackerna ‘Dorfteil von Törbel: wo Blacken wachsen’ (Törbel), di Blacknera ‘der Ort, wo Blacken wachsen’ (Ried-Mörel), di Blechterna ‘der Ort, wo Blacken wachsen’ (1777, Simplon) und dazu einem Diminutiv ts Blackerli ‘das kleine Gebiet, wo Blacken wachsen’ (Saas-Almagell) belegt.

Das Lemma erscheint auch als Bestimmungswort (Black-, Blackä-, Blacki-) mit den Grundwörtern Balma, Biel, Bodu, Grabu, Schleif, Stuck, Tschugge und Wald. Mit Adjektiven sind belegt der Ober Placki Boden ‘der obere Teil des Bodens, wo Blacken wachsen’ (1531, Ernen), der Ober vnd der Vnder Placki Boden ‘der obere und der untere Teil des Bodens, wo Blacken wachsen’ (1530 und 1531, Binn).

Das Kompositum Sandblacke in der Sandblackuschleif ‘der (Holz-)Schleif, wo Sandblacken (Huflattich, TUSSILAGO FARFARA) wachsen’ (Gampel) wird für die Blätter des Huflattich (TUSSILAGO FARFARA) verwendet (siehe MARZELL Bd. 3, 857 ff. und LAUBER / WAGNER / GYGAX 52014, 1114).

VSNB, Bd. 1, Sp. 232

Vorkommen

blach

blachten

black

blackä

blacke

blacker

blackerli

blackerna

blacki

blackji

blacknera

blacku

blechterna

plächti