Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Chalch

Zur Kalkgewinnung und -verwendung siehe V. SCHMID (2003, 60 ff.). Chalch ist zu schwdt. und wdt. Chalch m. ‘Kalk’, ahd. chalch, mhd. kalc (ID. 3, 229; GRICHTING 1998, 47) zu stellen. Das Simplex ist nur in der Form Chalche u. ä. (Dat. Pl.) ‘zu / bei den kalkhaltigen Stellen’ vertreten. Als Ableitung tritt einmal Chaucheri ‘Kalcheren’ (Ritzingen) auf (ID. 3, 229 Chalcheren ‘der Ort, wo Kalk reichlich gefunden’ wird). Als Grundwort fehlt es sonst, als Bestimmungwort ist es häufig. Zentral und für eine Vielzahl von Gemeinden belegt ist der Typ Chalchofe ‘Kalkofen’, meist im Singular, selten im Plural oder als Diminutiv. Der Ort befindet sich meist in der Nähe von Kalklagern (ID. 1, 111 f.). V. SCHMID (2003, 61) gibt schematisch den Bau eines solchen Ofens an. Die meisten der Öfen sind heute ausser Gebrauch und zerfallen oder gänzlich verschwunden. Nur einmal hingegen ist Chalchgrüeba ‘Kalkgrube’ (Oberwald) bezeugt. Weiterbildungen wie Chalchofuwald ‘Kalkofenwald’ (Eggerberg, Mund), Chalchofuwäg ‘Kalkofenweg’ (Eggerberg), Chalchofugrabu ‘Kalkofengraben’ (Raron) kommen vor. Neben diesem Haupttyp finden sich weitere wie Kalchacher ‘Kalkacker’ (Unterems), Chalchgassa ‘Kalkgasse’ (Eyholz), Chalchstei ‘Kalkstein’ (St. Niklaus, Randa), Chalchtola ‘Mulde mit Kalk’ (Stalden), Chalchtschugge ‘Fels mit Kalk’ (Ergisch) und Chalchzand ‘Felszahn mit Kalk’ (Ferden). Die erweiterte Form tritt in Chalchuflüe ‘Fluh bei kalkhaltigen Stellen’ und Chalchuzug ‘(Lawinen-)Zug bei kalkhaltigen Stellen’ (beide St. Niklaus) auf.

VSNB, Bd. 1, Sp. 323

Vorkommen

calck

chalch

chalche

chalchu

chauch

kalch

kalk

kaucheri