Chriesa
Chriesa ‘Kirsche’ ist zu wdt. Chriesa, Chriäsä, Chriesu, Chriäsa, schwdt. Chirsn, Chirschen, Chriesen f., Chirsi, Chirschi, Chriesi, n. ‘Kirsche’, mhd. kërse, kirse, aus lat. CERASUM ‘Kirsche’ > Chirsi u. ä. bzw. mlat. *CERĒSIA > oberrheinisch krēsia mit Diphthongierung des ē zu ie Chriesi u. ä.(ID. 3, 478 ff.; BENB 2, 461 ff.; GRICHTING 1998, 53) zu stellen. Als Simplex kommt das Lemma nur einmal vor: Chriäscha (Kippel); das inlautende /sch/ gibt dabei Rätsel auf. Sonst kommt das Lemma nur als Bestimmungswort vor, am häufigsten zusammen mit Böum ‘Baum’. Gemeint sein können sowohl wilde Kirschbäume als auch solche mit essbaren Früchten. Weitere Grundwörter sind Brungi ‘kleiner Brunnen’ (Greich), mehrmals Acher und Matta; einmal Ägerta (Bellwald). Wohl nur metaphorisch ist Chrieshore ‘Horn, das wie eine Kirsche aussieht’ (Bister) zu verstehen. Komplexere Formen sind etwa beim höchen Kriesbaum (Bellwald), Chriäsböümachra (Hohtenn) und in dem Krieschmatten Strichji (Eischoll).
VSNB, Bd. 1, Sp. 366
Vorkommen
chriäs
- Chriästschuggen Wiler
chriäscha
- Chriäscha Kippel
chries
- Chriesböüm Varen
- Chriesböumji Eggerberg
- Chriesiloch Termen
- Schliechtchriesböümji Eggerberg
chriesch
- Wilti Chrieschmatte Eischoll
chriese
- Chriesebrungi Greich
- Chriesewengbach Bellwald
chriesi
- Chriesihore Bister
kirsen
- Kirsenbaum Acher Ernen
kriäs
- Kriäsböümachra Hohtenn
kries
- Hoch Kriesbaum Bellwald
- Kriesacher Bürchen
- Kriesachra Mund
- Kriesägerta Bellwald
- Kriesbaum Leuk
- Kriesbaum Matten Feschel
- Kriesböüm Visperterminen
- Kriesböüm Termen
- Kriesböüm Mund
- Kriesboume Zwischbergen
- Kriesböumma Feschel
- Kriesmatte Hohtenn
- Kriesmatte Ergisch
- Kriesmatte Niedergesteln
- Kriespoume Unterems
kriesch
- Krieschmatte Eischoll
- Krieschmatte Strichji Eischoll
kriess
- Kriessbaumacher Guttet