Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Choor

Choor ‘Chor’ n. ist zu schwdt. Chor n. ‘der erhöhte Teil des Schiffes im Vordergrund einer Kirche’ (ID. 3, 444 f.; GRICHTING 1998, 52) zu stellen, als FlN übertragen auf die Geländeform. Das Simplex ts Choor kommt in Eisten vor; die andern Belege enthalten Choor (zwei mit gekürztem Vokal, sog. Brandstettersches Gesetz) als Bestimmungswort: t Chorsteine (Ulrichen) und t Choorblatte (Eisten). Unklar ist ts Chorwalji (Obergesteln) ‘der kleine Wald in Chor-Form’; hier hat die FLNK Chorewalli ‘Kornwäldchen’; daneben liegt der Cholplatz; es könnte sich also auch um ein verkanntes Cholwalji ‘der kleine Wald beim Kohlplatz’ handeln. Die Formen mit Kurzvokal liessen sich auch auf die Verben choren ‘sich mit Korn beschäftigen’ (ID. 3, 475) oder choren ‘kosten, versuchen’ (ID. 3, 476) zurückführen, doch ist wohl keiner der Belege dadurch motiviert; allerdings kann auch der Bezug zu Choor ‘Chor’ volksetymologisch begründet sein; kaum gemeint ist ein Gesangsverein.

VSNB, Bd. 1, Sp. 360

Vorkommen

choor

chor