Ägene
Ägene ist der Name eines Baches und eines Tals südöstlich von Ulrichen Richtung Nufenenpass. Die ältesten Belege finden sich zur Alpe Ägene, die 1240 als Ayguelina / Aỳguelina belegt ist. Weitere Belege sind: 1327 Egglina, 1391 Eglina, 1395 Eglỳnun usw. Belegt ist als Simplex t Ägene (Ulrichen, LT Ägene, SK Eginen Bach, FLNK Ägene). Die historischen Belege für den Bach sind 1653 aquam vallis dictam Eginen ‘das Talwasser, das Ägene heisst’, 1686 an die Eggena, 1686 beÿ der Egenen, 1707 Eginenwasser, 1774 von dem Flúss Egena. Das Tal ist als ts Ägenetal (Ulrichen, LT Ägenetal, SK Eginen Thal) bezeugt. Diese Formen sind wohl zu lat. AQUA ‘Wasser, Bach’ zu stellen. Im Goms liegt sicher keine jüngere patois-Form vor, die laut GPSR (6, 2b ff.) inlautendes -w- ergeben hätte, sondern eine ältere Form mit inlautendem -g- (HAFNER 1955, 163; FEW 25, 63ss.). Die ältesten historischen Belege weisen darauf hin, dass ursprünglich wohl eine doppelte Ableitung vom Typ aqualina ‘der kleine Bach’ vorliegt, die später als aquina zu Ägene wurde.
Neben dem Flussnamen sind belegt: t Reckiger Ägene ‘die zu Reckingen gehörende Alpe Ägene’, t Üerlicher Ägene ‘die zu Ulrichen gehörende Alpe Ägene’ (beide Ulrichen), der Ägenegrad ‘der Grat am Brudelhorn Richtung Ägene’ (Geschinen, Münster, Ulrichen), der Ägenespitz ‘spitzes Stück Land bei der Einmündung der Ägene in den Rotten’ (Ulrichen). Unsicher ist ein Beleg von 1626 in Oberwald, wo die Rede von Marchen (Grenzzeichen) ist und es heisst harwerdts … dem Thall vnd Wasser Eginen (1626). Es handelt sich offenbar um die Abgrenzung der zu Oberwald gehörenden Alpe auf dem Blasen in Richtung Ägenental.
VSNB, Bd. 1, Sp. 77
Vorkommen
ägene
- Ägene Ulrichen
- Ägene Ulrichen
- Ägenegraad Münster
- Ägenegraad Ulrichen
- Ägenespitz Ulrichen
- Ägenetal Ulrichen
- Alpe Ägene Ulrichen
- Reckiger Ägene Ulrichen
- Üerlicher Ägene Ulrichen
ägine
- Äginegraad Geschinen
eginen
- Wassereginen Oberwald