Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Boge

Das Lemma Boge tritt in drei Bedeutungen auf: zum einen ein Brückenbogen aus Stein (auch Schwibbogen), zum zweiten als bogenartige Geländeform, zum dritten als Ellbogen – auch hier eine Geländeform, die einem Ellbogen gleicht. Es ist zu schwdt. Bogen m., Pl. mit Umlaut, Dim. Bogji, Bögli, Bögeli, im Allgemeinen wie nhd. ‘Biegung, gebogene Linie; etwas Gebogenes (Brückenbogen, Fensterbogen, Gewölbebogen, Schwibbogen)’, mhd. boge und wdt. Boge, Bogä (Goms), Boga (Mattertal), Bogn (Lötschtal), Bogu ‘Bogen’ zu stellen (ID. 4, 1060 ff.; GRICHTING 1998, 40). Weiter sind Ellbogen zu schwdt. Ell-Bogen m. wie nhd. allgem. ‘Ellbogen’, zur Bezeichnung von etwas Ellbogenähnlichem (ID. 4, 1064 ff.; BENB I, 4, 459 f., wo auch feminine Formen erwähnt sind) und Schwibbogen zu schwdt. Schwî-Bogen ‘steinerner Bogen über Gewässern’, ahd. swibogo (ID. 4, 1068; BENB I, 4, 459 f.) zu erwähnen. Der Beleg Stiibogn (Kippel) wird zu Stiia ‘einfacher Stall’ gestellt; es könnte sich aber auch um eine Re-Interpretation von Schwibbogen handeln. Bogen erscheint nur einmal als Simplex Singular jm Bogen ‘im Bogen (unklar)’ (1477, Bürchen), als Simplex Plural in Bine Bege ‘bei den Bögen’ (Oberwald; FLNK Bi de Bege); es ist sonst Grundwort in Ellbogen und Schwibbogen. Komplexere Formen sind Ellbogegrabe ‘der Graben oberhalb des Gebietes Iner Ellboge (im Ellbogen)’ (Gluringen, auch LT und FLNK) und Ellbogeloch ‘das Loch im Gebiet Ellboge (Ellbogen)’ (FLNK, Gluringen). Einmal ist es Bestimmungswort in Pogungraben ‘der Bogengraben (unklar)’ (1619, Simplon), wo es mangels weiterer Angaben nicht näher gedeutet werden kann. Allerdings hat JORDAN (2006, 234) unter Pooggu und Pooggubode wohl die gleiche Flur gemeint; interessanterweise verweist er auf Pogungrabe beim vorausgehenden Lemma Gräbu ‘Gräben’, sodass er implizit die gleiche Deutung annimmt, wohl auch zum HL BOGE.

VSNB, Bd. 1, Sp. 252

Vorkommen

bege

boga

boge

bogen

bogn

pogun