Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Schwii

Schwii ‘Schwein’ ist zu schwdt. Schwīn n., Pl. unverändert, Dim. Schwīn(d)li, Schwīndelti, Schwīntji, Schwīnggi, Schwillji ‘Schwein’ (ID. 9, 1890 ff.), wdt. Schwii, Schwinggi ‘Schwein’ (GRICHTING 1998, 187) zu stellen. Wie RÜBEL (1950, 111 ff.) ausführt, ist die Schweinehaltung im Oberwallis weitgehend auf die Selbstversorgung beschränkt gewesen und spielte nur eine geringe Rolle. Das Tier gilt als schmutzig, weswegen auch Orte oder Personen gemeint sein können, die schmutzig sind. Das Lemma erscheint immer als Bestimmungswort. In Einzelfällen könnte auch schwīnen ‘schwinden’ (ID. 9, 1910 f.) zugrunde liegen (cg. HL SCHWIINEN und SCHWIEB). Der Typ Schwiibalma ‘überhängender Fels für die Schweine, Schweinepferch oder -stall’ ist auch sonst verbreitet (URNB 1, 264 f.).

Die Grundwörter sind Acher, Balma, Bode, Burscht, Chäla, Flüö, Gilla, Grächen, Haalta, Matta, Schipfa, Stuck und Wang.

Einen schwierigen Sonderfall bildet der Name Schwiitoortji (Eggerberg) / Schwiitootji (Baltschieder). Am ehesten erscheint hier als Grundwort der Diminutiv Toortji ‘die kleine Torte’ sinnvoll. Eine Schweine-Torte ist zwar nicht belegt, doch verweist RÜBEL (1950, 32) auf die Biescht-Torte. Dennoch ist der Name unklar. Unklar bleibt letztlich auch der Typ Schwiingreechu (Staldenried, Visp). Grächu meint eine Kornscheuer; es geht hier also wohl um einen Weideplatz der Schweine um eine solche Scheuer herum. Wie oben gesagt, ist in Einzelfällen auch eine Herleitung von schwīnen ‘schwinden’ im Sinne auch von ‘klein sein’ möglich.

Eine nicht alltägliche Konstruktion liegt vor im Beleg an den Schwino Stuckin (1466, Mund), wo wohl ein Genitiv Plural ‘die kleinen Stücke Landes der Schweine’ gemeint ist; es könnte sich aber auch um einen Besitzernamen ‘des Schwino’ handeln (cf. HL SCHWIINEN).

VSNB, Bd. 4, Sp. 140

Vorkommen

schwii

schwiin