Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Chamm

Das Lemma Chamm ‘Kamm’ ist zu schwdt. Cham(b) m. ‘Bergrücken, Kuppe auf einem länglichen Berge’ (ID. 3, 296 f.) zu stellen. In dieser Bedeutung ist es jedoch nicht bodenständig. Zwar ist es bei GRICHTING (1998, 47) belegt, aber laut Beispiel nur für die Redensart ‘jem. wächst der Kamm’. Das Lemma kommt zweimal als Simplex vor: Chamm ‘der wie ein Hahnenkamm gezackte Grat’ (Zermatt, Fieschertal), einmal als Grundwort in Liskamm ‘Lyskamm’ (Gipfelname, Zermatt) und einmal als Bestimmungswort in ts Chammjoch ‘das Joch beim Kamm’ (Fieschertal). Der Diminutiv ts Chämmji ‘der kleine Kamm’ (Eisten) meint einen Grat, der einen Lawinenzug bildet.

Einen Sonderfall stellt der Übername Chammsetzi ‘die Familie, die den Beruf des Kammsetzers ausübt’ (Birgisch) dar. Hier liegt eine Integration eines Objekts in ein Kompositum mit einer /I/-Ableitung Setsi n. ‘der Setzer’ zum Verb ‘setzen’ vor. Ein Setzer ist ein ‘Handwerker, der sog. Weberkämme setzt’ (ID. 7, 1719). der Chammsetziwald ist dann der ‘Wald der Leute mit dem Übernamen Chammsetzi (Kammsetzer)’. Der Genitiv Chammsetsisch Bildtanna ‘die Bildtanne der Familie mit dem Übernamen Chammsetsi (Kammsetzer)’ (FLNK, Birgisch) ist hieher zu stellen.

VSNB, Bd. 1, Sp. 324

Vorkommen

chamm

Chämmji

kamm