Wärch
Wärch, hdt. auch Werk, ist zu schwdt. Wärch n., Pl. meist unverändert oder Wërcher, Wërchi, Dim. Wërchli, Wërchji, wesentlich wie nhd. ‘Arbeit, Tätigkeit, Schaffen, Werken, Rebarbeit(en)’ und wdt. Wäärch ‘Werk, Arbeit, Werg’ (GRICHTING 1998, 235) zu stellen. Das bei GRICHTING erwähnte Werg ‘Hanf, Flachs’ ist unter dem HL WÄÄRCH aufgeführt. Häufig handelt es sich bei Wärch um technische Anlagen oder Gebäude von Unternehmungen.
Das Simplex ist weder im Singular noch im Plural belegt.
Mit attributiven Adjektiven erscheinen bis zum Alten Werk ‘bis zum alten Werk (unklar)’ (1916, St. Niklaus), wo vermutliche eine alte Wasserleitung gemeint ist. vss dem Gmein Werk ‘aus der Wasserleitung, die der Gemeinde gehört’ (1548, Ausserberg) ist ebenfalls eine Wasserleitung, wie aus dem Kontex (ex aqueductu ‘aus der Wasserleitung’) hervorgeht. Niw Wärch ‘das neue Werk’ (FLNK, Ausserberg; FLNK, Baltschieder), ts Niwwärch (Ausserberg) benennen eine neue (zur Zeit der Erbauung) Wasserleitung. t Niwwärschegga ‘die Ecke beim Niwwärch (neue Wasserleitung)’ (Eisten) steht vermutlich für Niwwärch ‘neue Wasserleitung’. Halp Werch (1310, Steg) und jm Halpwerck (1573, Eischoll) meinen Grundstücke, die man in einem halben Tag bearbeiten kann. Auf LT ist in Baltschieder Ehemaliges Bergwerk notiert, das mit Molybdanwärch (FLNK, Baltschieder) identisch ist.
Zu Wärch / Werk im Typ Elektrizitätswerk ‘Werk zur Erzeugung von elektrischem Strom’ (mehrere Orte) vgl. das HL ELEKTRIZITÄT. In Ferden, Fiesch und Salgesch findet sich ts Kiiswärch, resp. ts Kiiswerch, also ein Werk zur Gewinnung von Kies aus dem jeweiligen Fluss oder Strom. Ähnlich ist ts Daluwärch ‘das Kraftwerk der Dala AG’ (Leuk) ein Werk an der Dala. Von anderer Art ist bim Dichilwärch ‘bei Werk (Wasserleitung) aus Holzkäneln’ (Stalden), eine Trinkwasserleitung. Ganz unsicher ist im Tropfellwerck ‘das Tröpfelwerk (vermutlich kein Name, sondern eine Vorrichtung zur Salzgewinnung, auch Gradierwerk)’ (1747, Termen).
Nur einmal ist Wärch als Bestimmungswort in t Wärchstraass ‘die Werkstrasse’ (Grächen) belegt, die beim Kraftwerkbau durch das Kraftwerk erstellt worden war.
VSNB, Bd. 4, Sp. 515
Vorkommen
wärch
- Daluwärch Leuk
- Diichilwärch Stalden
- Elektrisitätswärch Münster
- Kiiswärch Ferden
- Kiiswärch Fiesch
- Molybdänwärch Baltschieder
- Niw Wärch Ausserberg
- Niwwärch Ausserberg
- Wärchstraass Grächen
wärsch
- Niwwärschegga Eisten
werch (Wärch)
- Halp Werch Steg
- Kiiswerch Salgesch
werck
- Halpwerck Eischoll
- Tropffelwerck Termen
werk
- Alt Werk St. Niklaus
- Ehemaliges Bergwerk Baltschieder
- Elektrizitätswerk Bitsch
- Elektrizitätswerk Zwischbergen
- Elektrizitätswerk Zermatt
- Elektrizitätswerk Leuk
- Elektrizitätswerk Saas-Almagell
- Elektrizitätswerk Oberems
- Elektrizitätswerk Brig
- Elektrizitätswerk Simplon
- Elektrizitätswerk Ernen
- Elektrizitätswerk Turtmann
- Elektrizitätswerk Stalden
- Elektrizitätswerk Fieschertal
- Gamsner Eia Werk Brigerbad
- Gamsner Eia Werk Glis
- Gmein Werk Ausserberg
- Niw Werk Baltschieder