Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Pollen

Pollen ‘runder Hügel, Anhöhe’ ist zu schwdt. Boll(en), Poll(en) m., f. ‘runder, kugeliger Gegenstand’, mhd. bolle, ahd. bolla ‘etwas Kugeliges; kugelförmiges Gefäss; Knospe’ (ID. 4, 1171 ff.), wie schwdt. Boll, Bōl m. ‘rundlicher, kuppenförmiger Hügel; Höhe, Anhöhe’ (ID. 4, 1170 f.). zu stellen, wdt. Polle ‘Bommel, Pollen’ (GRICHTING 1998, 154). In den Daten ist der Typ Pollen gegenüber dem einsilbigen Boll stärker vertreten.

Das Simplex ist nur einmal im Plural vertreten als die Bollen ‘die runden Erhebungen’ (1747, Feschel); ein Diminutiv Polti ‘der kleine runde Hügel’ (Ried-Brig, Termen) kommt zwei Mal vor. Als adjektivische Bildung erscheint Hopollen ‘der hohe runde Hügel’ (Ernen, Mühlebach, Steinhaus). Die Ableitungen Pollerna (Glis) und Polleru (Stalden), historisch auch Pollerun (1632, St. Niklaus) sind als Kollektiva zu lesen: ‘Gebiet mit runden Erhebungen’.

Unklar sind Eerunpolle und Eerunpolluschipfu (beide Niedergesteln); es kann sich bei Eeru um ein Adjektiv handeln, doch ist die Bedeutung nicht sicher zu eruieren (cf. HL ÄRI, aber unsicher).

Bei den Komposita mit Pollen als Bestimmungswort ist unklar in Pollen Schnitten (1637, Fiesch), wo ein PN gemeint sein könnte (wohl zu Paul), aber auch ‘des runden Hügels’ möglich ist. Weitere Komposita enthalten Poller mit den Grundwörtern Brand, Chi, Wäg und Wald, und dazu Polti mit Acher und Egg.

VSNB, Bd. 3, Sp. 384

Vorkommen

bollen

boller

bolleren

polle

pollen

poller

pollerna

polleru

pollu

polti

poolti

pouerli