Aameissa
Aameissa ‘Ameise’ ist zu schwdt. Ameis(s)e, f. u. ä., wdt. Aameisse, A(a)meissa, A(a)meissu, Pl. Aameisse, Dim. Ameissi, wie nhd. ‘Ameise’, mhd. āmeize und ahd. āmeiza zu stellen. (ID. 1, 216 f.; SDS 6, 229 f. und 232; GRICHTING 1998, 1, 26; ZIMMERMANN 1968, 89). Aameissa tritt in einer Kurzform Ameis und einer Langform Aameissa / Aameissu als Bestimmungswort auf, zusammen mit den Grundwörtern Bodu, Cheer, Haalta, Teiffi, Tola. Gemeint sind verschiedene Geländeformen, in denen es Ameisen oder Ameisenhügel gibt. Ableitungen sind: Ameisser (Ernen, Mühlebach) (so auch laut BENB 1, 1, 26 für Toffen) und Ameisra (auch Ameissi und Ameisnere) (Bratsch); beide bezeichnen Stellen, an denen es Ameisen oder Ameisenhügel hat. Eine alternative Deutung von Aameissu bezieht sich auf den etymologischen Ansatz, wonach das Wort auf mhd. meizen ‘hauen, schneiden’ (LEXER 1, 2091) zurückzuführen ist und so eine Rodung bezeichnet. Diese Bedeutung lässt sich wohl angesichts der Häufigkeit von anderen Rodungsnamen kaum halten.
VSNB, Bd. 1, Sp. 57
Vorkommen
aameisser
- Aameisser Mühlebach
aameissu
- Aameissubodo Mund
ameis
- Ameisbobma Visperterminen
- Ameisteiffi Staldenried
- Ameistola Zwischbergen
ameisru
- Ameisru Bratsch
ameisser
- Ameisser Ernen
ammeiss
- Ammeisshaltä Blatten
ammeissu
- Ammeissucheer Wiler