Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Füess

Füess m. ‘Fuss’ ist zu schwdt. Fuess m. ‘Fuss als Körperteil’ auch ‘Masseinheit’, ahd. fuoz, mhd. vuoz und wdt. Füess, Fuäss (Lötschental), Füöss ‘Fuss’ (ID. 1, 1085 ff.; GRICHTING 1998, 82) zu stellen.

Als Simplex ist nur belegt unner dum Füös ‘unter dem Fuss’ (Naters; gemeint sind t Füoshoru ‘die Fusshörner’). Hierzu gehören t Füesheerner ‘die Fusshörner’ (Gebirgename, FLNK, Naters; LT und SK Fusshörner), Füeshorubiwak ‘das Fusshörnerbiwak’ (FLNK, Naters; LT Fusshornbiwak), ts Füösläger ‘die Lagerstätte für das Vieh bei den Fusshörnern’ (Naters) und das Gross Füesshoru ‘das Grosse Fusshorn’ (Gipfelname, FLNK, Naters; LT Gross Fusshorn). Auch zu Naters, aber nicht hieher, gehört der Füöswäg ‘der Weg, den man zu Fuss benützt’ beim Weiler Geimen (Naters). Der Typ Füoswäg ‘Fussweg’ kommt als Füesswäg auch in Eischoll und Steinhaus, als am Füeswägi ‘beim kleinen Fussweg’ in Obergesteln vor. Historisch ist er wie folgt belegt: beÿm Fuosweg (1734, Gampel), beÿ dem Fúosweg (1782, Steg), beim Fúosweg (1589, Varen). Komplexer sind Amerfusweg ‘der Fussweg zum Gebiet Ammeren (bei den Sauerkirschen)’ (1644, Blitzingen) und t Füeswägmatta ‘die Wiese am Fussweg’ (Staldenried). ID. (15, 823) kennt schwdt. Fuesswäg m. auch als Benützungsrecht für einen Weg.

der Füeswang ‘der Grasabhang in der Form eines Fusses’ (Leukerbad) ist auch bei R. GRICHTING (1993, Blatt 16, Nr. 15 als Fuesswang) belegt.

t Firfüessjini ‘die kleinen Vorderfüsse’ (Raron) ist eine wohl metaphorische Kennzeichnung einer Flur bei Raron. Es ist zu schwdt. Fürfuess m. ‘vorderer Teil des Fusses’ (ID. 1, 1090) zu stellen.

Zwei Belege mit Füesballplatz (Oberwald, Varen) zeigen eine komplexe Konstruktion, die einen Platz für die Sportart Fussball (Füesball) benennt.

VSNB, Bd. 2, Sp. 191

Vorkommen

fües

füess

füessjini

füos

fuos

fuss