Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Burscht

Burscht ist zu schwdt. Burst m. ‘Borsten des Schweines’, ‘kurzes, borstiges, hartes Gras, Riedgras’, ‘Wiesen, die mit Riedgras bewachsen sind’ (ID. 4, 1607 f.). zu stellen. Allerdings ist das Simplex in unserem Gebiet meist n., d. h. wahrscheinlich ein Kollektiv im Sinn von ‘mit Riedgras bewachsen’. Aus der Reihe fällt ts Schwiin Burscht (Blatten), wo die Gwp. an Schweineborsten denkt; hierzu laut Gwp. aber auch ts Gugginburscht ‘die mit Riedgras bewachsene Wiese auf der Alp Guggina’ (Blatten). Auch bei Burschtwald (Fieschertal) ist die Anspielung an Schweineborsten erkennbar. Schwierig ist Burscht (Blatten) auf einer Höhe von über 3300 m, wo ev. ein fester, harter Boden mit kurzem Riedgras gemeint ist; dazu dann auch der Burstsattel ‘Felssattel oberhalb des Burst’ (Blatten, LT und FLNK), wo es auch di Burschtspitza ‘die (Fels-)spitzen oberhalb des Burst’ (Blatten, LT Burstspitza, SK Burstspitzen, FLNK Burschtspitza) gibt, also ein eigentliches Namennest um das HL BURSCHT herum.

Der Diminutiv hat die Formen ts Burschtji ‘die kleine, mit Riedgras bewachsene Wiese’ (Visperterminen, auch FLNK) und historisch das Bŭrstin ‘die kleine, mit Riedgras bewachsene Wiese’ (1721, Münster), der Plural dazu ist (t’) Purschgini ‘die kleinen, mit Riedgras bewachsenen Wiesen’ (Ausserbinn, FLNK Burschgini, und 1:10000 Burstini) und t Burschtjini ‘die kleine, mit Riedgras bewachsenen Wiesen’ (Binn, LT und 1:10000 Burstini, FLNK Burschtini); es handelt sich in beiden Fällen um die gleiche Flur.

Als Bestimmungswort ist das HL (ausser den schon genannten Belegen) mit Bodu, Egg(a), Hooru und Trog verbunden.

VSNB, Bd. 1, Sp. 308

Vorkommen

burscht

burschtji

burschtjini

burst

burstin

purschgini