Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Chella

Chella ‘Kelle, Schöpflöffel’ kommt in den oberen fünf Bezirken vor, nicht aber im Bezirk Leuk. Die Abgrenzung zu Chäla ‘Kehle’ ist nicht immer klar. Der Pflanzenname Chällen ‘Thymian und Nächstverwandte’ scheint in Flurnamen nicht vorzukommen. Zu stellen ist es zu schwdt. Chellen II f. m. wie nhd. ‘Kelle, Küchengerät zum Rühren und Schöpfen’ (ID. 3, 199 ff.) und ‘Schöpflöffel’ (GRICHTING 1998, 48), in FlN in Übertragung auf die Geländeform. In Einzelfällen kann auch Chäla zu schwdt. Chëlen, Chellen I, Dim. Chëlli f. ‘Kehle; nat. Einschnitt im Boden, Rinne, Kluft, bes. Einschnitt in Bergen; Rinnsal für Bäche oder Lawinen; langer, hoher Strich auf Feldern, ähnlich dem früheren Bett eines Baches oder Flusses’ (ID. 3, 198 f.) mit hineinspielen (cf. HL CHÄLA). Historische Belege sind öfters unklar.

Als Simplex im Singular erscheint Chella, manchmal Chelli f., im Plural Chelle / Chellä. Diminutiv ist Chelli n., nicht immer zu unterscheiden von Chelli f.

Adjektivische attributive Bildungen sind Ober Chella, Under Chella, Uister Chella und Inder Chella, sowie Grossi Chella und Blindi Chella. Komposita mit Chella als Grundwort sind selten, z. B. Galuchella (‘Kelle beim Galen’, Visperterminen).

Als Bestimmungswort ist Chella häufiger, Grundwörter sind Acher, Bodu, Grabu, Hee (hooch, heej), Hooru, Loch, Matta, Mettle – Mettja, Schiir, Schlüche, Stuck, Tschugge, Wald und Weid. Unklar bleiben die historischen Belege Hunckellen (Mühlebach) und Hungköllen (Ernen) (cf. HL HUND).

VSNB, Bd. 1, Sp. 340

Vorkommen

chälli

chäu

cheel

chela

chell

chella

chellä

chella

chelli

chellu

kell

kella

kelle

kellen

kelli

keuwa

köllen (Chella)