Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Bäärg

Das Beschaffenheit des Oberwallis mit einem Haupttal und vielen Nebentälern mit steilen Talhängen und langgezogenen Alpgebieten bestimmt die Bedeutung von Bäärg in den Namen. Die rund vierhundertachtzig Belege beziehen sich meistens auf bergwärts gelegene Fluren und Gebiete oder auf Alpen, in älteren Texten auch auf Pässe; das lateinische mons ‘Berg’ hat oft die Bedeutung “Pass”. Manchmal sind aber auch einzelne Felsblöcke und selten Gipfel gemeint. Die Namen sind zu schwdt. Bërg, wdt. Bäärg m. ‘Berg’, amhd. bërc, altoberdt. bëreg, -ig, zu stellen. Bäärg dient im Allgemeinen, im Gegensatz zu Boden oder Tal, als Bezeichnung eines Abhangs oder einer Anhöhe, übertragen auf etwas an oder auf einem Berg Befindliches (z. B. der auf einer Anhöhe gelegene Teil einer Ortschaft, unterhalb der eigentlichen Alpregion gelegene, eingehegte, oft noch gedüngte Bergwiese, Berganteil, Alprecht), in der Alpwirtschaft erhält Bäärg zudem die Bedeutung von ‘Bergweide, nicht beim Talgut gelegenes Heugelände, Aufzuggut, (Allmend-)Land am Hang’ (ID. 4, 1550 ff.; LUNB 1,1,110ff; GRICHTING 1998, 31). Gemeindenamen sind Ausserberg, Eggerberg, Goppisberg (heute bei Riederalp), Martisberg und Zwischbergen. Formal erscheint Bäärg im Singular oder Plural (Bäärge, Bäärga). Diminutivformen sind Bäärgji, Bärgjini, Bäärgi, Bäärgini und Bäärgje (Zermatt). Das Lemma ist nur selten Simplex, meistens erscheint es als Grundwort oder in komplexen Konstruktionen als Grundwort eines Bestimmungswortes mit einem anderen Grundwort (Typ: Chrütbäärgwäg ‘Weg Richtung Chrütbäärg’ (Baltschieder)). Es kann auch als Bestimmungswort auftreten (Typ: Bäärgmatta ‘zum Bäärg gehörende Wiese’). Attributive Adjektive treten auch auf: dr Chaalt Bäärg (Oberems) ‘der kalte Berg’. Als Ableitungen sind vor allem /-ERI/ (Bäärgeri (z. B. Glis)) und /-ER(R)A/ (Bäärgera (Fieschertal)) für Wasserfuhren vertreten. Einen Sonderfall bildet Bäärgschaft (St. Niklaus), ein Kollektivum für Alpen; ID. (4, 1564) kennt die Fügung nur für Grindelwald, wo die Gemeinschaft der Alpgeteilen so heisst. Gipfelnamen sind selten: Trugberg und Kranzberg (Fieschertal) sind zwei bekannte Ausnahmen. Wenn Bäärg als Grundwort auftritt, bezeichnen die Bestimmungswörter Lokalisierung, Beschaffenheit, Nutzung (z. B. Schafbäärg ‘Alpe für Schafe’), Besitzer (z. B. Hengarterro Bäärg (Visp) ‘der Berg der Familie Am Hengart’), Farbe (z. B. dr Blau Bäärg (Ulrichen)). Als Bestimmungswort verbindet sich das HL mit folgenden Grundwörtern zu zweigliedrigen Komposita: Acher, Alpa, Bodu, Chi, Dorf, Egg(a), Drittel, Eie, Flüö, Frid, Gassa, Grabu, Hüs, Hee (hooch, heej), Hitta, Kapälla, Mad, Matta, Paragge, Rüüs, Schiir, Schluocht, Schopf, Sita, Spitz, Straas, Sturz, Suon, Wäg, Wald, Wasser und Zug. Komplexer sind Bergmatten Waldt ‘der Wald bei der Bergwiese’ (1748, Mörel), die Bergwasserleitta ‘die Wasserleitung, die vom / zum Berg führt’ (1718, Biel), (lat. sub) Bergwasserleiton ‘(unter der) Wasserleitung vom Berg her’ (1400, Ried-Brig), der Bärwasserschleif (sic!) ‘der Schleif, durch den die Berg-Wasserleitung führte’ (Ried-Brig; FLNK Bärgwasserschleif).

VSNB, Bd. 1, Sp. 140

Vorkommen

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bärgjisch

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bärgschaft

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berg

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