Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Atzig

Atzig f., auch Azig ist zu schwdt. Atzi(n)g f. ‘Weide und Futter für das Vieh, respektive der Ertrag eines Grundstücks daran, Benutzung desselben zum Abweiden’ in FlN ‘zu Weide gebrauchtes Stück Land’, mhd. atzunge ‘Speise, Futter’ (ID. 1, 624 f.) zu stellen.

Als Simplex im Singular ist t Azig ‘das Weideland’ (Biel) belegt.

Mit vorangestelltem Genitiv erscheinen ts Ernesch Azig ‘das Weideland des Ärni’, ts Josisch Azig ‘das Weideland des Joosi (Josef)’, ts Minnigisch Azig ‘das Weideland der Familie Minnig’ (alle Selkingen).

Nur einmal belegt ist t Eeza (Naters). Man ist versucht, es zu Etzi, Ätzi f., mhd. etze f. ‘Weideplatz’ (ID. 1, 629; RÜBEL 1950, 84 und 138) zu stellen; der Name kann aber auch direkt zum Verb etzen ‘abweiden’ (ID. 1, 627 f.) gestellt werden. Das Problem ist, dass die Flur sich heute in einem steilen Waldtstück befindet, das schon 1783 als silva (Wald) bezeichnet wird. Es könnte sich daher um eine Waldweide (wegen der Steilheit wohl eher für Schafe und Ziegen) handeln.

VSNB, Bd. 1, Sp. 137

Vorkommen

azig

eeza